Wer im Winter eine Futterstelle für Vögel im Garten aufstellt oder aufhängt, wird schnell Besuch bekommen. Zahlreiche heimische Vogelarten verbringen die frostige Jahreszeit hierzulande und sind dankbar über einen artgerechten Snack. Die Vorlieben der Vögel sind unterschiedlich und reichen von Körnern, Nüssen und Haferflocken bis hin zu Äpfeln, Beeren und Mehlwürmern. Wir unterscheiden zwischen Körner- und Weichfutterfressern, wobei auch die Unterarten wieder andere Leibspeisen haben.

„Die Fütterung von Wildvögeln im Winter hat vor allem einen umweltpädagogischen Effekt“, sagt Sebastian Kolbe vom Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU). Selten hat man die Möglichkeit, Vögel aus der direkter Nähe zu beobachten, die Arten zu bestimmen und sie vielleicht sogar zu zählen – wie bei der jährlichen Aktion „Stunde der Wintervögel“ des NABU. Angewiesen sind die Vögel jedoch nicht auf die Fütterung durch Menschen, auch wenn sie das Angebot gerne annehmen und dadurch den Eindruck erwecken können. „Die Vogelarten, die wir an den Futterstellen antreffen, sind nicht bedroht. Auf den Artenschutz hat das Füttern keine positive Auswirkung“, erklärt Sebastian Kolbe. Damit die Fütterung auch keine negative Auswirkung auf die Vögel hat, muss man einiges beachten. So sollte die Futterstelle mindestens zwei Meter von Glasscheiben entfernt und für Hunde und Katzen schwer erreichbar sein.

Futterstelle regelmäßig reinigen

„Man sollte außerdem bedenken, dass ein Futterhaus die Gefahr der Krankheits- und Seuchenübertragung birgt“, warnt Sebastian Kolbe. Wichtig sei deshalb, die Futterstelle regelmäßig und sorgfältig mit Wasser zu reinigen und nur geringe Futtermengen nachzulegen. Aus hygienischen Gründen sollten bei der Reinigung Handschuhe getragen werden. Welche verheerenden Folgen verunreinigte Futterstellen haben können, mussten die Grünfinken spüren: Im Jahr 2009 sind 80.000 Grünfinken am Erreger „Trichmonas gallinae“ gestorben, mit dem sie sich nachweislich an Futterstellen angesteckt hatten. Seitdem ist die Zahl der Fälle zwar zurückgegangen, noch immer sterben jedoch jedes Jahr Grünfinken an diesen Parasiten.

Damit sich Körnerfutter nicht mit Vogelkot vermischt, sollte man es in einem Futtersilo anbieten. Praktischer Nebeneffekt: darin ist das Futter vor Regen, Frost und Schnee geschützt und fault nicht so schnell.

Das richtige Futter ist wichtig

Doch nicht nur eine verunreinigte Futterstelle, auch das falsche Futter kann Vögel krank machen: Gewürzte, gesalzene oder gesüßte Lebensmittel, Brot und andere Backwaren sollten für Vögel ebenso Tabu sein, wie kleingeschnittenes Obst, Butter oder Margarine. Als verträgliche Fette eignen sich stattdessen Kokos- und Rinderfett, Äpfel sollte man am Stück lassen.

Bei gekauften Fertigmischungen gilt zu beachten, dass diese keine Ambrosia-Samen enthalten. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze, die auch Beifußblättriges Taubenkraut genannt wird, breitet sich über das Vogelfutter in unserer Landschaft aus und kann vor allem Allergikern zu schaffen machen. Meisenknödel sollten nicht in Plastiknetzen stecken, darin können sich Vögel verfangen und verletzen.

Welche Vögel fressen was?

Eichelhäher
Eicheln, Maiskörner, ganze Erdnüsse

Elster
Maiskörner, ganze Erdnüsse

Blaumeise
Sonnenblumenkerne, gehackte Erdnusskerne und Nüsse 

Rotkehlchen
Getreideflocken, gehackte Nüsse, Mehlwürmer, Rosinen in Kokosfett

Haussperling + Feldsperling
Fettfutter, Rosinen, getrocknete Beeren, gehackte Nüsse, Samen

Kleiber
Getreideflocken, Hanf, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne

Amsel
Äpfel, Rosinen, Haferflocken, geschälte Sonnenblumenkerne, gehackte Nüsse, getrocknete Beeren, Mehlwürmer

Buchfink
Ölhaltige Samen (wie Hanf), Bucheckern, gehackte Erdnüsse und andere Nüsse, Sonnenblumenkerne

Stieglitz
Sonnenblumenkerne, Samen abgeblühter Stauden, Hanf, Mohn, gehackte Nüsse

Grünfink
Sonnenblumenkerne, ölhaltige Samen, gehackte Nüsse

Kohlmeise
Sonnenblumenkerne, gehackte Nüsse

Weitere Tipps zur Wintervogelfütterung: www.nabu.de/wintervogelfütterung