Was passiert eigentlich mit der Raumluft, wenn Duftkerzen, Räucherstäbchen oder ätherische Öle zum Einsatz kommen? Und worauf solltest du achten, wenn Kinder oder Haustiere mit im Haushalt leben?
Vanille, Zimt oder Lavendel: Düfte können Erinnerungen wecken und aus einem ganz normalen Abend einen gemütlichen Wohlfühlmoment machen. Gerade wenn es draußen kalt und dunkel wird, gehören Kerzen und andere Duftprodukte für viele Familien einfach dazu. Gleichzeitig verbringen wir einen großen Teil unseres Lebens in Innenräumen. Deshalb lohnt es sich, einmal genauer hinzuschauen, was wir dort eigentlich in die Luft geben.
Wenn es zu Hause nach Weihnachten riecht
Eine Duftkerze ist mehr als eine Kerze mit angenehmem Geruch. Beim Abbrennen entstehen durch die Verbrennung verschiedene Stoffe und Partikel, die in die Raumluft gelangen. Bei Duftkerzen kommen die verwendeten Duftstoffe hinzu.
Wie stark die Raumluft dadurch belastet wird, hängt unter anderem von der Kerze, ihrer Brenndauer, der Raumgröße und der Belüftung ab. Das Umweltbundesamt zählt Kerzen und Duftöle zu den möglichen Quellen für Stoffe in der Innenraumluft und empfiehlt grundsätzlich regelmäßiges Lüften.
Gerade mit Kindern gilt: weniger ist oft mehr
Babys und kleine Kinder reagieren besonders sensibel auf ihre Umgebung. Sie halten sich viel in Innenräumen auf und erkunden ihre Umgebung mit allen Sinnen. Deshalb kann es sinnvoll sein, das Kinderzimmer möglichst frei von unnötigen Duftquellen zu halten. Das gilt insbesondere für intensive Raumbeduftung, Räucherstäbchen oder Duftöle.
Wenn ein Raum muffig riecht, solltest du den Geruch außerdem nicht einfach mit einem anderen Duft überdecken. Besser ist es, die Ursache zu finden: Lüften, feuchte Textilien trocknen, Müll entsorgen oder verschmutzte Flächen reinigen. Das Umweltbundesamt empfiehlt, unnötige Belastungen durch Duftstoffe gerade im Umfeld von Kindern möglichst zu vermeiden.
Ein paar einfache Regeln für den Familienalltag
- Lüfte regelmäßig und ausreichend.
- Verzichte möglichst auf intensive Beduftung im Baby- und Kinderzimmer.
- Lass brennende Kerzen niemals unbeaufsichtigt.
- Bewahre Duftöle und Lampenöle außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
- Wenn jemand empfindlich auf Düfte reagiert, verzichte auf die entsprechende Duftquelle.
Räucherstäbchen sind keine Alternative
Bei Räucherstäbchen entsteht der Duft durch Verbrennung – und damit auch Rauch. Dieser enthält Partikel und weitere Verbrennungsprodukte, die in die Raumluft gelangen. Deshalb solltest du Räucherstäbchen nicht als harmlose Alternative zur Duftkerze betrachten.
Wenn du sie verwendest, solltest du für eine gute Belüftung sorgen. Im Kinderzimmer haben Räucherstäbchen jedoch nichts verloren.
Ätherische Öle: Naturprodukt mit Vorsicht
Ätherische Öle liegen im Trend. Sie werden in Diffusern verwendet, finden sich in Badezusätzen und werden gern mit Entspannung, Frische oder Wohlbefinden verbunden.
Doch auch ätherische Öle sind hochkonzentrierte Stoffgemische. Einige Duftstoffe können bei empfindlichen Menschen allergische oder andere Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen. Das gilt auch dann, wenn der Duft aus einer Pflanze gewonnen wurde.
Das Wort „natürlich“ allein sagt deshalb wenig darüber aus, wie gut ein Duftstoff vertragen wird.
Und was ist mit Hund, Katze und Co.?
Was für uns angenehm riecht, kann für ein Tier eine ganz andere Erfahrung sein. Hunde und Katzen verfügen über einen wesentlich empfindlicheren Geruchssinn als wir Menschen.
Besonders konzentrierte ätherische Öle können für Haustiere problematisch sein, wenn sie aufgenommen werden oder direkt mit Haut und Fell in Kontakt kommen. Die ASPCA rät deshalb unter anderem davon ab, konzentrierte ätherische Öle direkt auf Tiere aufzutragen.
Duftöle gehören also nicht aufs Fell und sollten für Tiere unerreichbar aufbewahrt werden.
Auch bei Diffusern solltest du vorsichtig sein. Dein Tier sollte jederzeit die Möglichkeit haben, den bedufteten Bereich zu verlassen. Bei Tieren mit Atemwegsproblemen ist besondere Vorsicht angebracht.
Katzen brauchen besondere Aufmerksamkeit
Bei Katzen ist ein besonders vorsichtiger Umgang mit ätherischen Ölen sinnvoll. Sie können bestimmte Bestandteile nicht auf dieselbe Weise verstoffwechseln wie wir Menschen. Wenn eine Katze ein Duftöl verschluckt oder direkt damit in Kontakt gekommen ist, solltest du nicht abwarten, sondern tierärztlichen Rat einholen.
Und noch eine Tiergruppe verdient besondere Erwähnung: Vögel. Ihre Atemwege reagieren sehr empfindlich auf Schadstoffe in der Luft. Die ASPCA empfiehlt deshalb, in Haushalten mit Vögeln auf Diffuser mit ätherischen Ölen zu verzichten.
Was du stattdessen ausprobieren kannst
Eine gemütliche Wohnung muss nicht nach Vanille, Zimt oder Waldspaziergang riechen. Wenn du bewusst auf zusätzliche Duftstoffe verzichten möchtest, gibt es viele Möglichkeiten, trotzdem eine angenehme Atmosphäre zu schaffen.
Frische Luft:
Regelmäßiges Stoßlüften bringt nicht nur verbrauchte Luft nach draußen. Auch Kochgerüche oder andere unangenehme Gerüche verschwinden dadurch, ohne dass sie durch einen künstlichen Duft überlagert werden.
Frische Kräuter:
Basilikum, Minze, Rosmarin oder Zitronenmelisse auf der Fensterbank verbreiten einen natürlichen Duft. Gleichzeitig hast du frische Kräuter zum Kochen zur Hand.
Zitrusfrüchte:
Orangen, Mandarinen und Zitronen bringen einen frischen Geruch in die Küche oder ins Wohnzimmer. Auch die Schale einer frisch geschälten Orange verströmt bereits einen intensiven Duft.
Gewürze:
Für einen winterlichen Duft kannst du beispielsweise Zimtstangen, Sternanis oder Nelken beim Kochen verwenden. Ein Topf mit Gewürzen auf dem Herd kann die Wohnung während der Zubereitung angenehm aromatisch machen. Anschließend solltest du die Küche wieder gut lüften.
Blumen:
Ein Strauß mit duftenden Blumen kann eine schöne Alternative zu künstlicher Raumbeduftung sein. Achte bei Haustieren allerdings darauf, welche Pflanzen in deinem Haushalt stehen: Einige beliebte Zimmer- und Schnittpflanzen sind für Katzen oder Hunde giftig.
Gemütliches Licht:
Wenn es dir vor allem um Atmosphäre geht, brauchst du gar keinen Duft. Eine Lampe mit warmem Licht, eine Lichterkette oder eine Kerze ohne Duftstoffe können für Gemütlichkeit sorgen.
Kleine Veränderungen, große Wirkung
Wenn du die Raumluft in deinem Zuhause möglichst wenig mit zusätzlichen Stoffen belasten möchtest, musst du nicht gleich deine gesamte Wohnung umstellen.
Oft reicht es, Duftquellen Schritt für Schritt zu reduzieren: das Raumspray im Badezimmer weglassen, auf Duftstecker verzichten, das Kinderzimmer nicht beduften und ätherische Öle nicht offen herumstehen lassen.
So kannst du beobachten, wie sich die Raumluft verändert – und gleichzeitig herausfinden, welche kleinen Veränderungen sich für dich und deine Familie gut in den Alltag integrieren lassen.


