Schwanger oder nicht? Diese frühen Symptome können darauf hindeuten

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Du fieberst auf den Zeitpunkt hin, zu dem dir ein Schwangerschaftstest Gewissheit geben kann und fragst dich schon jetzt, ob du vielleicht schwanger bist? Dann achte genau auf die Signale deines Körpers – manche davon erscheinen erst einmal ungewöhnlich.

Noch bevor deine Periode ausbleibt, verändert sich dein Körper in einer Schwangerschaft. Nicht immer spürbar, aber manchmal eben doch. Gewissheit kann dir zwar erst ein positiver Schwangerschaftstest und die Bestätigung durch Ärztin, Arzt oder Hebamme geben, doch erste Signale deines Körpers können darauf hindeuten, dass du ein Baby erwartest.

Leicht erhöhte Temperatur

Auch wenn es ein unsicheres Anzeichen ist, beobachten es vor allem Frauen, die ihren Zyklus mit der Temperaturmethode begleiten und ihre Körpertemperatur jeden Morgen um die gleiche Uhrzeit vor dem Aufstehen messen: Unmittelbar nach dem Eisprung steigt die morgendlich gemessene Körpertemperatur für gewöhnlich um 0,4 bis 0,6 Grad Celsius an und sinkt wieder, wenn keine Eizelle befruchtet wurde. Wurde eine Eizelle befruchtet, bleibt die Temperatur aufgrund eines erhöhten Progesteron-Gehalts im Körper für gewöhnlich für die nächsten zwei bis drei Wochen konstant auf diesem leicht erhöhten Niveau.

Vermehrter Ausfluss

Während der Schwangerschaft wird die Vagina stärker durchblutet als gewöhnlich und sie produziert mehr Feuchtigkeit. Viele Frauen beobachten noch vor dem positiven Schwangerschaftstest einen vermehrten vaginalen Ausfluss. Ist dieser dünnflüssig und cremig-weiß, riecht nach nichts oder nur leicht säuerlich, ist das in der Regel normal. Hat er hingegen eine ungewöhnliche Farbe oder riecht streng, sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden.

Leichte vaginale Blutungen

Für viele Frauen, die auf eine Schwangerschaft hoffen, sind vaginale Blutungen ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass es in diesem Zyklus nicht geklappt hat. Doch manchmal können leichte Blutungen in einer Frühschwangerschaft sogar das Gegenteil bedeuten und ein erstes Anzeichen für eine Schwangerschaft sein.

In der Regel ist dafür eine hormonelle Veränderung verantwortlich: Fällt das Hormon Progesteron kurzzeitig leicht ab, bevor das Schwangerschaftshormon hCG die Produktion voll übernimmt, kann es zu einer leichten Blutung (Durchbruchblutung) kommen. Auch sogenanntes Spotting ist nicht ungewöhnlich: Durch die stärkere Durchblutung des Vaginalbereichs kann dieser besonders empfindlich auf äußere Reize wie Geschlechtsverkehr oder eine vaginale Untersuchung reagieren und zu einer leichten Kontaktblutung führen.

Einige Frauen haben regelmäßig vor Einsetzen ihrer Periode eine Schmierblutung. Meist ist diese dunkler, eher bräunlich. Diese Schmierblutung kann auch im Zyklus auftreten, in dem eine Befruchtung stattgefunden hat und die Monatsblutung nicht wie erwartet kurz darauf eintreten wird.

Manche Frauen haben zu Beginn ihrer Schwangerschaft eine leichte Blutung, die in den meisten Fällen harmlos ist – sicherheitshalber jedoch medizinisch abgeklärt werden sollte.

Nasen- und Zahnfleischbluten

Auch die übrigen Schleimhäute sind während einer Schwangerschaft stärker durchblutet, was dazu führen kann, dass häufiger leichtes Nasenbluten oder Zahnfleischbluten auftritt.

Hält das Nasenbluten länger als 20-30 Minuten an, wird stärker oder durch zusätzliche Symptome wie Schwindel, Sehstörungen oder Kopfschmerzen begleitet, sollte umgehend eine Ärztin oder ein Arzt (im Zweifel eine Notaufnahme) aufgesucht werden.

In der Schwangerschaft ist eine sorgfältige Zahnpflege besonders wichtig, da das empfindliche Zahnfleisch nun auch zu Entzündungen neigen kann. Auch eine zahnärztliche Begleitung in der Schwangerschaft ist zu empfehlen.

Ziehen und Spannen in den Brüsten

Viele Frauen berichten, dass sie noch vor dem Ausbleiben ihrer Periode Veränderungen an ihren Brüsten festgestellt haben. Schon kurz nach der Befruchtung beginnt eine hormonelle Veränderung, die dafür sorgt, dass die Drüsen in den Brüsten wachsen. Die Brüste werden im Laufe der Schwangerschaft größer und schwerer – schon zu Beginn empfinden manche Frauen ein Ziehen oder Spannen und sind besonders berührungsempfindlich. Vor allem die Brustwarzen werden bei vielen nun empfindlicher. Meist verfärben sich diese außerdem mit der Zeit dunkler, bei manchen Frauen schon recht früh in der Schwangerschaft.

Vermehrtes Wasserlassen

Obwohl du nicht mehr trinkst, hast du ständig das Gefühl, dich erleichtern zu müssen? Auch das kann ein erstes Anzeichen für eine Schwangerschaft sein. Dein Körper wird nun stärker durchblutet und deine Nieren arbeiten auf Hochtouren. Das nun vermehrt produzierte Hormon Progesteron lockert die Muskeln – auch die Schließmuskeln.

Wichtig
Brennt es beim Wasserlassen, riecht dein Urin ungewöhnlich oder sieht er ungewöhnlich aus, sollte das umgehend medizinisch abgeklärt werden.

Verdauungsprobleme

Du hast plötzlich eine veränderte Verdauung – wie Völlegefühl, Verstopfung oder musst ständig pupsen? Auch das kann durch eine Schwangerschaft ausgelöst werden und währenddessen völlig normal sein. Ursächlich kann auch hier wieder die Hormonumstellung sein. Vor allem das Hormon Progesteron, das nun vermehrt produziert wird und die glatte Muskulatur entspannt. Dadurch kann auch die Darmbewegung (Peristaltik) verlangsamt werden. Die Nahrung verweilt länger im Darm, was zu vermehrter Gasbildung und Völlegefühl führen kann.

Plötzlich empfindlich bei Gerüchen oder Geschmäckern

Bei vielen werdenden Müttern verändert sich der Geruchs- und Geschmackssinn während der Schwangerschaft. Plötzlich empfinden sie bisher vertraute Gerüche als besonders unangenehm oder mögen bestimmte Speisen nicht mehr essen. Bei manchen wird dadurch sogar Übelkeit ausgelöst. Diesen Umstand hat die Natur ganz geschickt eingefädelt – denn vor allem potenziell Schädliches wird nun von vielen als besonders abstoßend empfunden: Etwa Zigarettenrauch, Kaffee oder Bier, überreifes Obst (das Alkohol enthält) oder rohes Fleisch. Doch manchmal trifft es auch das Lieblingsparfum oder den natürlichen Körpergeruch des Liebsten. Meist legt sich diese Überempfindlichkeit ab der 13. Schwangerschaftswoche wieder von allein.

Metallischer Geschmack im Mund
Zwar eher ungewöhnlich, aber gar nicht so selten ist in der Frühschwangerschaft ein metallischer Geschmack im Mund (in der Medizin auch Dysgeusie genannt). Der Hauptverursacher ist das Hormon Östrogen. Östrogen steuert unter anderem unseren Geschmackssinn. Da der Östrogenspiegel zu Beginn einer Schwangerschaft extrem schnell und stark ansteigt, gerät die Geschmackswahrnehmung vorübergehend aus dem Gleichgewicht. Das Gehirn interpretiert die Signale der Geschmacksknospen dann fälschlicherweise als „metallisch“. Auch dieses Symptom verschwindet meist spätestens ab dem zweiten Trimester wieder.

Übelkeit am Morgen

Gerade aufgewacht und noch nicht einmal aus dem Bett ist vielen Schwangeren im ersten Trimester flau im Magen. Nicht jede muss sich übergeben, doch unwohl fühlen sich viele. Schuld daran ist die Hormonumstellung, die vor allem in der Frühschwangerschaft besonders stark ist.

WAS DAGEGEN HELFEN KANN

Ständig schwindelig

Die meisten von uns kennen Schwindel, wenn sie zu wenig getrunken haben oder zu schnell aufgestanden sind. Ein ähnliches Gefühl haben einige Schwangere zu Beginn ihrer Schwangerschaft – doch meist steckt dahinter eine ganz natürliche Kreislaufreaktion: Das Hormon Progesteron sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße weiten. Dadurch sinkt der Blutdruck leicht ab, was vor allem beim Aufstehen zu Schwindel führen kann. Gleichzeitig wird die Gebärmutter intensiver durchblutet und dein Körper fährt die Blutproduktion hoch, um das Baby optimal zu versorgen.

Im Laufe der Schwangerschaft wird deine Ärztin oder dein Arzt bei wiederkehrendem Schwindel zudem mithilfe einer Blutuntersuchung prüfen, ob ein Eisenmangel vorliegt – dieser kommt in der Schwangerschaft häufiger vor und lässt sich gut behandeln.

Stimmungsschwankungen

Klingt nach Klischee, doch trifft auf viele Frauen zu: Stimmungsschwankungen zu Beginn der Schwangerschaft. Auch daran ist meist wieder die hormonelle Umstellung Schuld. Manche Frauen sind nun schneller gereizt oder weinen wegen vermeintlichen Kleinigkeiten. Meist lässt das im Laufe der Schwangerschaft wieder nach.

Bei depressiven Verstimmungen solltest du mit einer vertrauten Person darüber sprechen und dir ggf. professionelle Hilfe suchen.

Bleierne Müdigkeit

Du musst ständig gähnen und kommst gar nicht so richtig in deine Energie? Auch das kann ein erstes Anzeichen für eine Schwangerschaft sein und dich in den ersten Wochen hartnäckig begleiten. Dein Körper leistet gerade Enormes – gönne ihm regelmäßig Pausen, wann immer es dein Alltag zulässt.


Hinweis der Redaktion: All die genannten Anzeichen können auch andere Ursachen haben. Dieser Artikel dient lediglich einer ersten Information und ersetzt keine medizinische Beratung oder Betreuung.

Rebecca Sommer Journalistin Autorin Naturkind
Rebecca Sommer

Rebecca Sommer hat nach ihrem Studium ein Volontariat bei einer Tageszeitung absolviert und war als Redakteurin und Buchautorin für diverse Verlage und Medien tätig. Heute arbeitet die vierfache Mutter als Geschäftsführerin der nachhaltigen Werbeagentur between und leitet das Projekt Naturkind.