Natürlich schwanger: Vorsorge durch eine Hebamme2018-12-13T11:54:13+00:00

Natürlich schwanger: Vorsorge durch eine Hebamme

Kategorie: Gesundheit  I  Autor: Onlineredaktion  I  Datum: 13.12.2018

Vorsorge durch eine Hebamme

Während einer Schwangerschaft sind mehrere Vorsorgeuntersuchungen empfohlen. Was viele Frauen jedoch nicht wissen: Diese können auch von einer Hebamme durchgeführt werden.

In Deutschland werden Termine zur Schwangerschaftsvorsorge von der Krankenkasse bezahlt. Viele Frauen denken, sie müssten dafür eine gynäkologische Arztpraxis aufsuchen. Doch auch die Leistungen einer Vorsorgehebamme stehen einer Schwangeren zu. Es ist außerdem möglich, die Untersuchungen zwischen Arzt*in und Hebamme aufzuteilen.

Diese Untersuchungen darf nur ein Arzt / eine Ärzt*in durchführen

Die meisten Untersuchungen, die während einer Schwangerschaft wichtig sind, können und dürfen Hebammen durchführen. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wie etwa eine Ultraschalluntersuchung. Für viele Frauen ist es ein schönes Gefühl, ihr Baby auf dem Monitor zu sehen und sie möchten sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Auch medizinisch kann eine Ultraschalluntersuchung notwendig oder zumindest ratsam sein. Im Rahmen der allgemeinen Schwangerschaftsvorsorge sehen die Mutterschafts-Richtlinien drei Ultraschall-Untersuchungen vor. Diese finden in der Regel um die zehnte, die 12. und 30 Schwangerschaftswoche statt.

1. Ultraschall-Untersuchung

Bei der ersten Ultraschall-Untersuchung soll die Schwangerschaft bestätigt werden. Es wird kontrolliert, ob sich die befruchtete Eizelle richtig in der Gebärmutter eingenistet hat, ob ein Herzschlag zu erkennen ist und ob das Ungeborene zeitgemäß entwickelt ist. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft kann zu dieser Zeit festgestellt werden.

2. Ultraschall-Untersuchung:

Zu dieser Zeit können sich Schwangere entscheiden, ob sie eine Basis- oder eine erweiterte Basis-Ultraschalluntersuchung durchführen lassen wollen. Bei der Basis-Untersuchung werden die altersgerechte Entwicklung des Ungeborenen überprüft und die Fruchtwassermenge bestimmt. Es werden die Größe von Kopf, Bauch sowie die Länge des Oberschenkelknochens gemessen und auch die Lage der Plazenta wird untersucht. Bei der erweiterten Basis-Untersuchung werden zusätzlich das Gehirn und das Herz genauer untersucht. Es wird außerdem kontrolliert, ob Bauchwand, Hals und Rücken geschlossen und Magen und Harnblase sichtbar sind. Meist kann zu dieser Zeit das Geschlecht bestimmt werden, wenn das erwünscht ist. Beide Untersuchungen werden von der Krankenkasse bezahlt.

3. Ultraschall-Untersuchung:

Bei diesem Termin soll überprüft werden, ob sich das Ungeborene in den letzten Wochen weiterhin altersgerecht entwickelt hat, kräftige Lebenszeichen zeigt oder etwas auf eine Unterversorgung hindeutet.

Schwangere dürfen selbst entscheiden, ob sie Ultraschall-Untersuchungen wahrnehmen wollen. Wer sich dagegen entscheidet, muss meist in seiner Arztpraxis ein Formular unterschreiben, um den behandelnden Arzt / die Ärzt*in von der Informationspflicht zu befreien. Auf den Versicherungsschutz hat das keine Auswirkungen.

So unterstützt eine Hebamme schwangere Frauen

Eine Hebamme nimmt sich erfahrungsgemäß mehr Zeit für die Vorsorgetermine (und nur in wenigen Ausnahmefällen kommt es vor den Terminen zu langen Wartezeiten in der Praxis). Sie kann beratend zur Seite stehen und in Gesprächen über die Ängste und Sorgen der Schwangeren oder auch der Angehörigen sprechen. Sie darf daneben auch viele medizinische Untersuchungen durchführen, die während einer Schwangerschaft empfohlen werden. Eine Hebamme darf einen Mutterpass ausstellen und die Ergebnisse der Untersuchungen dort eintragen. Wie auch ein(e) Arzt*in führt eine Hebamme die nach den Mutterschafts-Richtlinien vorgesehenen Untersuchungen durch. Anfangs im Abstand von vier Wochen, später in kürzeren Abständen.

Zu diesen Untersuchungen gehören:

  • Gewichtskontrolle der Schwangeren
  • Blutdruckmessung
  • Urinuntersuchung
  • Kontrolle des Standes der Gebärmutter
  • Lage des Ungeborenen
  • Kindliche Herztöne

Um die Lage des Ungeborenen zu erkennen, tastet die Hebamme den Bauch ab. Um die Herztöne zu hören, verwenden Hebammen – je nach Ausstattung der Praxis – ein Hörrohr, ein Dopton (das ist ein kleines, elektrisches Handgerät) oder ein CTG-Messgerät (wie es auch in Arztpraxen steht). Eine Hebamme darf übrigens auch Blutproben abnehmen.

Mögen sich Hebammen und Ärzte / Ärztinnen nicht?

Das kann man nicht pauschal beantworten. Vielerorts gibt es sogar Gemeinschaftspraxen, in denen Frauenarzt*innen und Hebammen gemeinsam arbeiten und ihre Leistungen gegenseitig wertschätzen. Noch immer hört man jedoch auch von gegenteiligen Fällen – von Arztpraxen, die scheinbar “beleidigt” reagieren oder abwertend über Hebammen sprechen, wenn eine Frau lediglich zum Ultraschall kommt und die übrigen Untersuchungen von einer freiberuflichen Hebamme durchführen lässt. Auch von Ärzt*innen, die ihren Patientinnen Angst machen oder Hebammen als inkompetent darstellen, hört man gelegentlich.

Davon sollte sich eine Schwangere nicht in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen und sich im Zweifel eine neue Praxis suchen, die dafür Verständnis zeigt. Der Hintergrund dieses Verhaltens – und dessen sollte man sich bewusst sein – ist meist ein finanzieller: Wenn eine Schwangere ausschließlich zu den drei Ultraschall-Untersuchungen in die Arztpraxis kommt, können auch nur diese abgerechnet werden und kein quartalsweiser Pauschalbetrag, wie bei einer umfassenderen Vorsorge üblich. Oft raten Arzt*innen außerdem zu Zusatz-Untersuchungen, die medizinisch nicht unbedingt notwendig sind und in Eigenleistung bezahlt werden müssen.

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