Baby tragen im Sommer? Ja, mit diesen Tipps für heiße Tage!

Baby tragen im Sommer
© Andrey Bandurenko / Adobe Stock

Viele Eltern machen sich Sorgen, ihr Kind könnte beim Tragen im Sommer überhitzen und bevorzugen deshalb einen Kinderwagen. Dabei kann das Tragen gerade an heißen Tagen Vorteile haben.

Die Sonne scheint, die Blumen blühen, die Vögel zwitschern und uns zieht es nach draußen. Wir wollen die Natur in all ihrer Vielfalt erkunden und kleine Abenteuer unter freiem Himmel erleben. Besonders praktisch sind dabei Tragehilfen und Tragetücher für Babys und Kleinkinder. Sie schenken der tragenden Person Flexibilität und dem Tragling Körperkontakt. Im Sommer kann das Tragen aber auch schnell zur schweißtreibenden Angelegenheit werden. Wie gesund ist das für ein Baby oder kann es sogar gefährlich sein?

Tragen im Sommer

Die Sorge, ein Tragling würde überhitzen, ist – wenn ein paar Dinge beachtet werden – unbegründet. Das Gegenteil kann sogar der Fall sein, denn durch den direkten Körperkontakt zur tragenden Person kann die Körpertemperatur des Kindes reguliert werden. Dazu sind Babys in der ersten Zeit nach der Geburt selbst noch nicht in der Lage, weshalb vor alle für sie das Tragen an heißen Tagen sogar regelmäßig empfohlen wird. Wenn die tragende Person schwitzt, kühlt der Schweiß übrigens nicht nur sie selbst, sondern auch den Tragling ab.

Darauf solltest du bei der Wahl der Trage achten

Es gibt auf dem Markt so viele verschiedene Tragesysteme und Modelle, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Eine professionelle Trageberatung und das Ausprobieren verschiedener Modelle ist deshalb zu jeder Jahreszeit ratsam. Im Sommer sollte ein atmungsaktives, dünnes und saugfähiges Material bevorzugt werden. Baumwolle, Leinen, Hanf und Seide bzw. Wolle-Seide bieten sich aufgrund dieser Eigenschaften besonders gut an. Wie bei allen Textilien, die wir im Sommer am Körper tragen, sollte auch bei der Tragehilfe oder dem Tragetuch daran gedacht werden, dass dunkle Farben die Sonne anziehen, während helle Farben reflektierend wirken. Viele Eltern greifen zu schwarzen Modellen, weil diese zeitlos und genderneutral sind und sich gut mit verschiedenen Kleidungsstücken kombinieren lassen. Im Sommer sind sie aber eher unpraktisch.

Tragetuch binden im Sommer

Tragehilfen sind in der Regel luftiger als Tragetücher und werden deshalb von vielen Trageeltern an heißen Tagen bevorzugt. Dafür sind Tragetücher etwas flexibler, denn sie können auf unterschiedliche Weise gebunden werden und eine „Picknickdecke“ hat man damit direkt dabei, wenn man unterwegs eine Pause machen will.

Im Sommer sollte auf eine dreilagige Bindeweise lieber verzichtet werden – weil es darunter unangenehm warm werden könnte. Eine einlagige Bindeweise (etwa das Känguru, der Hüftsitz oder der einfache Rucksack) eignet sich an heißen Tagen besser.

Einfacher Rucksack:

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Vor (Mittags-)Sonne und Ozon schützen

Das ist im Sommer leichter gesagt, als getan – gerade bei Ausflügen. Wann immer möglich, sollten sich Babys und Kinder jedoch im Schatten aufhalten. Der Wald ist ein geeigneter Ort, um an heißen Tagen wenigstens ein bisschen abzukühlen. Die Bäume sorgen nämlich dafür, dass die Temperatur bis zu 10 Grad niedriger ist, als außerhalb des Waldes. Wer im Park oder Freibad ist, findet in der Regel ebenfalls unter einem Baum ein schattiges Plätzchen. Im eigenen Garten oder am Strand kann ein Sonnenschirm oder eine Strandmuschel für Schatten sorgen. Babys und Kinder sollten immer mit einem Sonnenhut oder einer leichten Schirmmütze (mit integriertem Nackenschutz) und im Idealfall heller (UV-Schutz-)Kleidung ausgestattet sein. Sonnencreme ist für kleine Babys noch nicht geeignet, für größere Kinder jedoch ein wichtiger zusätzlicher Schutz. Und bitte dran denken: Zwischen 14 und 17 Uhr sind neben den Temperaturen auch die Ozonwerte in der Regel am höchsten.

Nicht zu dick anziehen

Eine Trage ersetzt eine Kleidungsschicht. Entsprechend sollte ein Baby in einer Tragehilfe oder im Tragetuch nicht zu dick angezogen werden. Je nach Außentemperatur ist im Sommer eine Lage bzw. sind zwei Lagen ausreichend. Besonders empfehlenswert ist das Material Wolle-Seide – beispielsweise von der Marke Engel Natur (unbezahlte Werbung). Es wirkt temperaturregulierend und ist im Winter eine tolle Unterwäsche, im Sommer eine ideale Hauptschicht – etwa für einen Langarmbody. Auch Baumwolle oder Leinen sind gut geeignet – etwa für eine lange Hose.

Wie im letzten Punkt bereits erwähnt, sollte Babykleidung im Sommer luftig und dünn sein, spezielle UV-Schutz-Kleidung ist ebenfalls empfehlenswert, genau wie eine Kopfbedeckung und dünne Söckchen, die vor der direkten Sonne schützen und im Schatten ausgezogen werden können. Wir haben gute Erfahrung mit der Marke Pure Pure by Bauer gemacht (unbezahlte Werbung). Die tragende Person sollte ebenfalls luftig und nicht zu dick angezogen sein. Es ist ratsam, bei längeren Ausflügen auch für die tragende Person ein Wechsel-T-Shirt mitzunehmen.

Ausreichend trinken

Sowohl die tragende Person, als auch der Tragling sollten an heißen Tagen immer ausreichend trinken. Bei nach Bedarf voll gestillten Babys ist Muttermilch in der Regel ausreichend. Größere Kinder bekommen (zusätzlich) stilles Wasser oder Tee. Auch wenn kühle Getränke im Sommer eine schnelle Abkühlung versprechen, werden an heißen Tagen eher warme Getränke empfohlen. Wer Schwierigkeiten hat, ausreichend zu trinken, kann sich eine App installieren, die regelmäßig daran erinnert. Wie viel Flüssigkeit du am Tag benötigst, kannst du beispielsweise mit dem Wasserbedarf Rechner herausfinden.

Kennst du schon unseren Beitrag 5 Tipps für das entspannte Stillen im Sommer?

Warnsignale ernst nehmen

Sowohl die tragende Person als auch der Tragling sollen sich zu jeder Zeit mit dem Tragen wohlfühlen. Warnsignale, die der Körper bei Hitze sendet, sollten immer ernstgenommen werden. Dann lieber eine Pause im Schatten einlegen, abkühlen und etwas trinken – eventuell auch einen kleinen Snack essen und die Beine hochlegen.

Warnsignale bei einem Baby können sein: Rote oder auffällig blasse Haut, schnelle Atmung, Unruhe oder Teilnahmslosigkeit. Für einen Flüssigkeitsmangel können eine eingefallene Fontanelle und auch über längere Zeit trockene Windeln sprechen. Wenn sich die Symptome nicht bessern, bitte ein:en Ärzt:in kontaktieren.

Rebecca Sommer Journalistin Autorin Naturkind
Rebecca Sommer

Rebecca Sommer hat nach ihrem Studium ein Volontariat bei einer Tageszeitung absolviert und war als Redakteurin und Buchautorin für diverse Verlage und Medien tätig. Heute arbeitet die vierfache Mutter als Geschäftsführerin der nachhaltigen Werbeagentur between und leitet das Projekt Naturkind. Mit ihrer Familie lebt die 36-Jährige auf einem Hof in der Nähe von Hamburg.