Seit mehr als 2000 Jahren schwören gesundheitsbewusste Menschen auf regelmäßiges Saunabaden. Der Besuch in der Schwitzstube soll den Stoffwechsel anregen, die Muskeln entspannen, das Hautbild verbessern und nicht zuletzt das Immunsystem stärken. 

In Deutschland besuchen rund 23 Millionen Menschen pro Jahr eine Sauna. Regelmäßige Saunagänger leiden seltener unter Erkältungen, wie zahlreiche Untersuchungen zeigen. In ihrem Ursprungsland Finnland wird die Sauna deshalb auch „Apotheke der armen Leute“ genannt. Die positiven Auswirkungen auf Körper und Geist sind vor allem bei Menschen zu erkennen, die mindestens einmal pro Woche ein Saunabad nehmen. 

Für die ganze Familie

Ein finnisches Sprichwort besagt: „Wer gehen kann, kann auch in die Sauna gehen.“  Zwar spricht bei den meisten Menschen tatsächlich nichts gegen einen Saunabesuch, bei bestimmten Erkrankungen sollte dies jedoch vorab mit dem behandelnden Arzt abgeklärt werden. Mögliche Ausschlusskriterien sind beispielsweise schwere Venenleiden, ein entzündlicher Rheuma-Intervall oder akute Asthmaprobleme. Auch während einer Erkältung, mit Fieber oder nach dem Genuss von Alkohol oder Nikotin sollte die Sauna lieber nicht besucht werden. Spricht gesundheitlich nichts dagegen, können Jung und Alt in die Sauna gehen – vom Baby bis zur Uroma. 

Auch in der Schwangerschaft möglich 

Bei einer gesunden Schwangeren spricht grundsätzlich nichts gegen ein Saunabad. In jedem Fall sollte jedoch vorher die Hebamme oder Ärztin ihr Okay geben. Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft regelmäßig sauniert haben und sich wohlfühlen, können dann auch weiterhin wie gewohnt in die Sauna gehen. Schwangere, die zuvor noch nicht oder nur selten in der Sauna waren, sollten jedoch die ersten drei Monate abwarten, da Hitze für den Kreislauf belastend sein kann.
Gegen Ende der Schwangerschaft sollte in beiden Fällen lieber pausiert werden, da die hohen Temperaturen und manche Aufguss-Aromen zu dieser Zeit Wehen auslösen könnten.

Der deutsche Sauna Bund e. V. betont die positiven Wirkungen von regelmäßigen Saunabädern für Schwangere: Das Wechselspiel zwischen Wärme und Kälte rege die Durchblutung an, könne Wassereinlagerungen verringern, Rückenschmerzen lindern und Thrombose vorbeugen. Forscher aus Finnland behaupten sogar, schwangere Saunafans hätten eine leichtere Geburt, weil die Muskulatur im Beckenboden durch die Wärme entkrampft und entspannt werden könne.

Schwangere sollten die Signale ihres Körpers ernst nehmen und den Saunagang abbrechen, sobald sie sich unwohl fühlen. Weniger heiße Saunen (bis 60 Grad Celsius) sollten ebenso bevorzugt werden, wie eher trockene Saunen. Ein Saunagang sollte maximal zwölf Minuten dauern und aus der Liegeposition sollten Schwangere nicht abrupt aufstehen, sondern sich zunächst einen Moment lang hinsetzen. Nach dem Saunagang sollten sich Schwangere nicht rasch abkühlen, sondern sich stattdessen lieber zehn Minuten an der frischen Luft aufhalten und dann lauwarm abduschen. Zwischen den einzelnen Saunagängen sollten mindestens 20 Minuten liegen.

Weil die Sauna oftmals der hygienischste Raum im Haus war, wurde sie in Finnland früher regelmäßig als Geburtsraum genutzt und auch heute werden manche finnischen Kinder noch in der Sauna geboren. 

Sauna mit Baby? 

In skandinavischen Ländern kommen schon die Kleinsten mit in die Sauna. Der deutsche Sauna Bund e. V. rät, dass Babys den dritten Lebensmonat vollendet und die Eltern bei der U4 mit dem Kinderarzt über die Pläne gesprochen haben sollten. Stellt dieser keine Auffälligkeiten fest, spricht grundsätzlich nichts gegen einen gemeinsamen Saunabesuch.

Doch mit Baby in der Sauna gibt es einiges zu beachten: Die Temperatur sollte 60 Grad Celsius nicht überschreiten, Aufgüsse sind tabu, am besten geeignet ist die trockene Hitze einer finnischen Sauna und für den Anfang sind drei Minuten auf der mittleren Bank ausreichend. Dabei sitzt das Baby am besten nackt oder in Schwimmwindel auf dem Schoß von Mama oder Papa und klettert nicht auf den Bänken herum.

Verträgt das Baby die Hitze gut, können die Saunagänge auf sechs Minuten ausgedehnt werden. Mehr als zwei Gänge sollten es dann dennoch nicht sein. Nach jedem Saunagang sollte das Baby sanft abgekühlt werden, etwa mit einer lauwarmen Dusche. In ein Handtuch gewickelt kann man dann kurz an die frische Luft gehen und außerdem sollte darauf geachtet werden, genügend Flüssigkeit zuzuführen. Eine Studie der Universität Magdeburg, an der 47 Babys zwischen drei und 14 Monaten teilgenommen haben, hat ergeben, dass Sauna-Hitze Kindern in diesem Alter nicht schadet. 

Das gehört in die Saunatasche: 

  • Bademantel
  • Saunatuch 
  • Großes und kleines Handtuch 
  • Badelatschen oder Flip Flops 
  • Bei langen Haaren: Haargummi 
  • Eventuell Badebekleidung 
  • Wasser, Tee oder verdünnten Fruchtsaft 
  • Obst und Snacks 
  • Buch oder Zeitschrift 
  • Für die Ruhepausen eventuell dicke Socken 
  • Duschgel und Shampoo oder Seife 
  • Bodylotion oder Öl  
  • Eventuell Haarföhn und -Bürste 
  • Wechselkleidung 

Tipps für Sauna-Anfänger: 

  • In den Stunden vor dem Saunabad ausreichend trinken 
  • Etwa zwei Stunden vorher die letzte Mahlzeit (möglichst ohne Knoblauch und Zwiebeln) einplanen 
  • Vor dem Saunieren duschen und gut abtrocknen 
  • Eventuell vor dem Saunagang ein warmes Fußbad nehmen 
  • Die Badelatschen vor der Sauna stehen lassen 
  • In der Sauna nackt auf das Saunatuch setzen 
  • Wenn möglich, eine Armlänge Platz zum Sitznachbarn lassen 
  • Je weiter oben, desto höher die Temperatur, deshalb lieber unten beginnen 
  • Ein Saunagang dauert zwischen acht und zwölf, maximal 15 Minuten 
  • In den letzten zwei Minuten aus der Liegeposition in die Sitzposition aufrichten 
  • Nach jedem Saunagang duschen  
  • Anfänger besuchen die Sauna am besten vormittags 
  • Bei Unwohlsein sofort rausgehen 
  • Nach dem Saunagang nicht direkt ins kalte Wasser springen, sondern langsam abkühlen 

HINWEIS: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung. Vor einem Saunabesuch sollte man mit seinem behandelnden Arzt sprechen und sich gegebenenfalls untersuchen lassen.