Vegane Alternativen zu Kuhlmilch gibt es inzwischen in jedem Supermarkt.  Doch welche Pflanzenmilch eignet sich wofür am besten?

Sojamilch, Hafermilch, Reismilch, Kokosmilch und diverse Nussmilchvariationen, Lupinenmilch, Dinkelmilch, Hanfmilch, Erbsenmilch oder Quinoamilch – wer die Wahl hat, hat die Qual. Während Veganer vor ein paar Jahren noch detektivisches Talent mitbringen mussten, um eine pflanzliche Alternative zu Kuhmilch finden wollten, bieten viele Supermärkte und sogar Discounter inzwischen eine große Vielfalt an. Und nicht mehr nur Veganer greifen bewusst zu Pflanzenmilch – auch immer mehr gesundheitsbewusste Menschen entscheiden sich dafür.

Dabei unterscheiden sich die Vorlieben sehr und letztlich muss jeder für sich eine passende Pflanzenmilch finden. Mit entscheidend sind auch die Verträglichkeit und etwaige Allergien. Wir haben eine Liste erstellt, die nicht auf den Einzelfall eingehen kann, sondern grundsätzlich die Vor- und Nachteile der einzelnen Milchsorten aufzeigen soll. Streng genommen darf man Pflanzenmilch in der EU gar nicht “Milch” nennen, weil diese vom Tier kommen soll. Stattdessen soll man von “Drink” sprechen. Weil wir das aber verwirrend finden, schreiben wir in diesem Artikel – wie im allgemeinen Sprachgebrauch – von Pflanzenmilch statt Pflanzendrink.

Sojamilch

Der Klassiker unter den pflanzlichen Milchvariationen ist Sojamilch. Sojamilch gibt es inzwischen in vielen Cafés, alternativ für Veganer oder laktoseintolerante Menschen. Sie lässt sich gut aufschäumen und somit für einen Milchkaffee oder Cafe Latte verwenden. Zudem ist sie ein guter Eiweißlieferant. Der Geschmack ist für viele jedoch gewöhnungsbedürftig und viele Menschen vertragen Soja zudem nicht gut. Andere kritisieren die oftmals katastrophalen Anbaubedingungen, bei denen Regenwald gerodet wird, genmanipulierte Pflanzen und hochgiftige Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Wer Sojamilch verwenden will, sollte deshalb besonders auf die Herkunft achten und ein Produkt in Bioqualität wählen.

Hafer- und Dinkelmilch

Hafer-, und Dinkelmilch können ebenfalls als Allzweckmilch verwendet werden. Auch ungesüßt schmecken sie leicht süß, deshalb kann man beim Kauf zu einem Produkt ohne Zuckerzusatz greifen. Im Müsli schmeckt Hafermilch besonders gut, mit Dinkelmilch kann man prima backen und beide eignen sich für Smoothies. Bei der Herstellung dieser Pflanzenmilch wird das Korn geschrotet, gekocht und mit Enzymen versetzt. Das Korn stammt bei Bio-Produkten meist aus Europa – Hafer beispielsweise aus Schweden und Dinkel aus Deutschland. Nachteil: Hafermilch ist recht kalorienhaltig, zugleich aber eher nährstoff- und proteinarm.

Reismilch

Reismilch ist eher wässrige und im Geschmack die neutralste Pflanzenmilchsorte. Einen cremigen Kakao kann man damit nicht zaubern und auch für den Kaffe empfehlen wir Reisdrink nicht. Wer in seinem Müsli hingegen keinen Eigengeschmack von Milch mag, wird mit einem Reisdrink zurechtkommen und auch Süßspeisen wie Milchreis oder Grießbrei kann man mit Reisdrink zubereiten. Da diese Pflanzenmilch reich an Kalorien und arm an Nährstoffen ist, sollte sie für gesunde Menschen nicht die erste Wahl sein. Für Allergiker kann diese Variante eine Alternative sein.

Nuss-, Mandel-, Cashew- und Kokosmilch

Diese Pflanzenmilchsorten haben alle eines gemeinsam: Sie schmecken intensiv. Damit eignen sie sich besonders für Kaffeevariationen, für die man dann keinen Sirup mehr braucht. Auch zum pur trinken bieten sich diese Sorten an und wer sein Müsli gerne mit einer weiteren Geschmackssorte aufpeppen will, kann ebenfalls dazu greifen.  Weniger geeignet sind diese Sorten für alles, das eher neutrale Milch braucht. Mandelmilch wird hierzulande übrigens immer beliebter und hat gutes Potenzial, der Sojamilch den Rang abzulaufen.

Hanfmilch

Nein, davon wird man nicht high. Hanfmilch findet man im Biohandel oder Reformhaus, bislang nur in wenigen Supermärkten. Sie ist frei von Laktose, Milcheiweiß, Soja, Cholesterin und Gluten und ist damit für Menschen mit Lebensmittelallergien eine interessante Milch-Alternative. Die Samen dieser uralten Kulturpflanze enthalten viele essentielle Aminosäuren und sind reich an Mineralstoffen und Vitaminen. Hanfmilch kommt immer häufiger in Smoothie-Rezepten vor, da Hanfsamen zum sogenannten Superfood zählen.

Lupinen- und Erbsenmilch

Lupinenmilch ist dank ihres hohen Proteingehalts und ihrer guten Verträglichkeit eine tolle Alternative zu Sojamilch. Daneben enthält sie Kalium, Magnesium, Calcium und Eisen. Hergestellt wird diese Pflanzenmilch aus Süßlupinen – das sind Hülsenfrüchte, die an Erbsen erinnern. Und auch aus Erbsen wird Pflanzenmilch hergestellt, die vor allem auf dem amerikanischen Markt eine Trendbewegung in Gang gesetzt hat. Hierzulande ist Erbsenmilch eher unbekannt. Weder in Farbe noch im Geschmack erinnert sie an Erbsen. Dafür enthält sie vergleichbar viel Eiweiß wie Sojamilch und ist meist angereichert mit Omega-3-Fettsäuren. Beide Milchvarianten kann man als Allzweckmilch in allen Bereichen als Ersatz für Kuhmilch ausprobieren.