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© Cornelia Kalkhoff / Adobe Stock

Was ist eigentlich ein Permakultur-Garten?

Die Gartensaison ist wieder eröffnet und die Ideen sprudeln bestimmt schon für das nächste Projekt im Freien. Klimafreundlich gärtnern und Biodiversität fördern – das sind die heutigen Keywords für den Garten. Aber was bedeutet das eigentlich und wo soll man da überhaupt anfangen?

Überall summt und brummt es, viele bunte Pflanzen wachsen kreuz und quer, die Karotte neben der Zwiebel und mittendrin eine Ringelblume – so stellst du dir bestimmt einen Garten vor, wenn von “ Permakultur” die Rede ist, stimmts? Aber alles irgendwie anpflanzen kann doch auch nicht so richtig sein, und wie ist das dann mit der Biodiversität und der Freundlichkeit gegenüber dem Klima?

Mal von vorn – Was bedeutet Permakultur?

Es ist ein Konzept, das auf eine langfristige und naturnahe Praxis baut. Wie der Name schon irgendwie verrät, bedeutet Permakultur “permanentes Gärtnern”. Du musst dir das so vorstellen: Die europäische Gartensaison dauert ungefähr von März bis Oktober. Über die Wintermonate verkriechst du dich dann in deine eigenen vier Wände unter die kuschlige Decke und im Garten passiert so gut wie Nichts. Dauerhaft ist das ja wohl nicht. Da kommt dann die Permakultur ins Spiel. Stell dir mal vor, du würdest über die kalten und grauen Wintermonate auch etwas anbauen und die Ernte zum Beispiel in der Küche zu etwas Schmackhaftem verwandeln können? Also nicht nur von März bis Oktober, wo alles grünt und wächst und dann Ciao Kakao für den Winter. Klingt gut? Sag ich doch! ___STEADY_PAYWALL___

Permakultur ist ein ganzjähriges Gartenkonzept, von Bill Mollison und David Holmgren – den Vätern der Permakultur. Es orientiert sich ganz einfach am Ökosystem der Erde. Daher ist auch jeder Garten unterschiedlich und einzigartig. Also je nachdem, wo du deine Hände in die Erde buddelst und was für Kapazitäten dein Garten (oder eben auch Balkon) mitbringt – Vergleiche mit den netten Nachbarn sind absolut überflüssig, denn hier geht es eher ums Inspirieren. Du siehst, Permakultur ist nicht unbedingt so einfach, wie es scheint. Für jedes noch so kleine Balkönchen oder einen staubtrockenen Garten gibt es aber die perfekte Lösung. Hilfestellung können dir dabei ein paar Prinzipien sein, die dich bei deiner grünen Herausforderung leiten sollen: Versuche nicht gegen sondern mit der Natur zu arbeiten, speichere Energie, produziere keinen Abfall, Ernte in jedem Fall etwas (naja, das ist ja auch mein Ziel, oder?) – es gibt noch viele weitere und wenn du dich an diesen Prinzipien orientierst, findest du bestimmt die ein oder andere Lösungen für etwas, an was du garantiert nicht gedacht hättest!

Bio, vielfältig und natürlich

Die Grundsätze sind jetzt schon einmal geklärt. Permakultur bedeutet aber noch viel mehr. Nun folgen die Regeln (natürlich gibt es keine Vorschriften, wie du zu gärtnern hast, trotzdem ist es sehr hilfreich, wenn man ein paar Infos hat, auf die man sich stützen kann.) Biologisch gärtnern hast du bestimmt schon einmal gehört. Das bedeutet nichts anderes als der Verzicht auf synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Du verwendest also keine künstlichen Anti-Schneckenmittel oder einen Läuseschreck, falls diese Biester dir auf die Nerven gehen. Stattdessen setzt du auf natürliche Hilfsmittel und eigene Abwehrstoffe der Pflanzen. Das ist auch einer der Gründe, warum solche Gärten dann immer so wild aussehen: Man setzt Pflanzen zusammen, die sich gegenseitig gesund und Schädlinge fern halten. Zum Beispiel Karotten in Kombination mit Zwiebeln oder Knoblauch, die sich dann gegenseitig vor Zwiebel- und Karottenfliege schützen. Clever, oder? Somit wären wir schon bei einem weiteren Punkt, der Diversität, also viele verschiedene Arten – so viele wie möglich. Das gilt sowohl für die Pflanzen, die du säst, als auch für die Tiere, die in deinem Garten wohnen. Angefangen bei Bienen, über Vögel, bis hin zu Krabbelkäfern – alle haben ihre Daseinsberechtigung und ihre Aufgabe. Besonders im Boden befinden sich die meisten Lebewesen: Regenwürmer, Bakterien, Pilze, Springschwänze, Asseln und viele mehr.

Je monotoner deine ​Pflanzenauswahl an der Erdoberfläche, desto weniger Lebewesen – Vielfalt wirst du auch in der Erde finden. Alle guten Dinge sind drei und somit gibts auch noch eine letzte Regel: Du darfst auch mal faul sein. Ja, du hast richtig gelesen. Im Herbst muss nicht immer alles korrekt zurückgeschnitten werden und auch die Wiese muss nicht jedes Wochenende vom Rasenmäher gefressen werden. Einen zu 100 Prozent perfekten Garten wirst du eh niemals erreichen, denn nichts auf dieser Welt ist perfekt. Also lass es sein und genieße die Zeit.

So und nun noch einmal zusammengefasst.

  1. Keine Chemie kommt in den Garten.
  2. So viel und kunterbunt wie nur möglich.
  3. Mach doch mal langsam und lass wachsen.

Aller Anfang ist schwer – 3 Schritte für den Start

So. All das theoretische Wissen bringt nicht recht viel, wenn du es nicht anwenden kannst, stimmts? Und wie fängst du am besten an? Pass auf, du nimmst dir einfach ein gutes Getränk und setzt dich in ein schönes Fleckchen deines Gartens oder auf deinen Balkon. Aber was … bitte … Hä?

1. Beobachte das Jetzt

Schau dir zunächst einmal an, wie dein grünes Domizil bisher so funktioniert, welche Tiere dort leben und welche Pflanzenarten sich bereits verselbstständigt haben. Lerne deinen Garten ganz neu kennen.

2. Träume dich in die Zukunft.

Du hast lange genug beobachtet und hast nun wirklich große Lust endlich was anzupacken? Na dann auf gehts! Was möchtest du umsetzen? Etwa einen Teich, oder eine sonnige Kräuterspirale? Vielleicht sogar ein Hügelbeet oder eigene Hühner? Das Thema Hühner is t ein super cooles Thema, ich selbst hatte auch schon welche im Garten – und ich lebe mitten in Wien! Große Träume verlangen vielleicht ein paar Skizzen, kleinere kannst du eventuell schon sofort umsetzen. Auf jeden Fall sollte ein zumindest grober Plan her, denn (auch wenn es meist in Permakultur-Gärten nicht so ausschaut) gibt es einen Plan. Orientiere dich während deiner Traumreise gern an den Prinzipien der Permakultur à la kein Müll, Ernten, Energiesparen & Co. Ja und dann?

3. Klein aber fein – gut Ding braucht Weile

Beginne in kleinen Schritten, deine grüne und kunterbunte Wunsch-Oase umzusetzen, denn alles schaffst du eh nicht auf einmal und die Natur braucht auch ihre Zeit, sich an neue Gegebenheiten anzupassen. Stress dich also nicht. Es soll ja Spaß machen und somit hast du auch die Chance, all die kleinen Dinge, die so in deinem Garten passieren, zu genießen. Permakultur ist ein wirklich großes und vielseitiges Themengebiet. Aber sobald du deine Nase einmal dort reingesteckt hast, lässt es dich bestimmt nicht wieder los. Versprochen.