Im Frühling steht bei vielen Familien eine traditionelle Grundreinigung des Haushalts auf der To-do-Liste. Es wird ausgemistet, geschrubbt, gefeudelt und gewischt. Dabei greifen viele aus Gewohnheit zu aggressiven Chemiereinigern, die meist scharfe Tenside, Erdöl und synthetische Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe enthalten. Diese können unsere Gesundheit gefährden, Haut und Schleimhäute reizen und anfälliger für Allergien machen. Zudem gelangen die umweltschädlichen Stoffe ins Abwasser. Das muss nicht sein. Mit einfachen Hausmitteln und ökologischen Reinigungsmitteln kann man schonend für ein hygienisches Wohnumfeld sorgen und dabei Gesundheit, Umwelt und Geldbeutel schonen.

Weniger ist mehr

Für eine gründliche Reinigung braucht es keinen Schrank voller Putzmittel. Mit wenigen Zutaten lassen sich ökologische Allzweckreiniger ganz einfach selbst herstellen. Der Klassiker, mit dem von der Küche bis zum Bad so ziemlich alles sauber wird, besteht aus Essigessenz, Zitronensäure und Waschsoda. Diese drei Komponenten werden mit warmem Wasser verdünnt zu einem wirksamen Reiniger. Wer darüber hinaus Natron, Kernseife und Kartoffelstärke im Haus hat, ist bestens ausgestattet, im Kampf gegen Schmutz und Kalk. Für einen angenehmen Duft können ätherische Öle, wie Lavendel- oder Teebaumöl, sorgen.

Dass wir beim Putzen Bakterien abtöten müssen, stimmt übrigens nur bedingt. Rund 95 Prozent der Bakterien in unserem Haushalt sind nämlich gar nicht böse. Im Gegenteil. Verschiedene Untersuchungen haben gezeigt, dass in Ländern mit hohen Hygienestandards Allergien und Autoimmunkrankheiten vermehrt auftreten. Eine übertriebene Sauberkeit kann demnach sogar gesundheitsgefährdend sein und so können wir in der Regel auf Desinfektionsmittel im Haushalt verzichten.

Frühjahrsputz mit System

Die wenigsten Menschen putzen gerne und wer ohne System vorgeht, verliert oft schon nach kurzer Zeit die Motivation. Um den Druck rauszunehmen, ist es sinnvoll, den Frühjahrsputz auf mehrere Tage aufzuteilen. Am besten bieten sich sonnige Tage an, dann können die Fenster währenddessen geöffnet bleiben. Eine Checkliste kann helfen, beim Frühjahrsputz systematisch und damit effizienter vorzugehen. Der Frühjahrsputz ist eine gute Gelegenheit, Keller, Dachboden oder Garage zu entrümpeln, die Kleider- und Küchenschränke auszusortieren oder im Allgemeinen Plastikgegenstände durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen. Erst danach sollte man mit dem Putzen loslegen. Ist das große Reinemachen schließlich vollbracht, fühlen wir uns direkt freier und auch innerlich „aufgeräumter“. Für gute Laune während der Putzaktion sorgt eine Playlist mit der Lieblingsmusik.

DIY: Großmutters Haushaltsreiniger

Diese sechs Haushaltsreiniger sind seit Generationen bekannt, schnell hergestellt und wirkungsvoll.

Allzweckreiniger (ergibt 500 ml)

  • 400 ml heißes Wasser
  • 100 ml Essig
  • 1 TL Waschsoda
  • 1 TL Zitronensäure
  • (1 TL ätherisches Öl)

Mit einem Trichter alle Zutaten nacheinander in eine Glasflasche oder eine Sprühflasche füllen. Mit diesem Reiniger werden Kühlschrank, Herd, Arbeitsflächen und Badezimmer sauber.

Abflussreiniger (einmalige Anwendung)

  • 1 Päckchen Natron
  • ½ Tasse Essig

Natron und Essig vermischen, in den Abfluss kippen und eine halbe Stunde einwirken lassen. Dann mit klarem Wasser nachspülen. Wenn der Abfluss stark verschmutzt ist, muss der Vorgang eventuell wiederholt werden.

Glasreiniger (ergibt 500 ml)

  • 250 ml Wasser
  • 250 ml Essig

Wasser und Essig mit einem Trichter in eine Sprühflasche füllen und gleichmäßig auf Fensterscheiben oder Spiegel sprühen. Anschließend mit Zeitungspapier den Schmutz entfernen und mit einem trockenen Tuch nachwischen.

Ofenreiniger (einmalige Anwendung)

  • 1 EL Salz
  • 2 EL Natron
  • 2 EL Wasser (oder Mineralwasser)

Die Zutaten in einer Schüssel verrühren und mit einem feuchten Tuch im Backofen verteilen. Offen liegende Heizstäbe dabei aussparen. Die Backofentür schließen und 20 Minuten abwarten, dann mit einem feuchten Tuch auswischen. Bei starken Verschmutzungen kann sich die Einwirkzeit verlängern. Alternativ kann man 50 g Natron auf dem Backofenboden verstreuen, 100 ml Wasser darüber geben und den Backofen für zehn Minuten auf 50 bis 70 Grad erhitzen.

Geschirrspülmittel (ergibt 500 ml)

  • 10 g pflanzliche Seife
  • 100 ml heißes Wasser
  • 1 ½ TL Natron
  • (20 Tropfen ätherisches Öl)

Die Seife in einem Topf mit heißem Wasser auflösen, Natron und bei Bedarf ätherisches Öl hinzugeben. Die Mischung mit einem Trichter in eine Glasflasche abfüllen und vor dem Spülen kräftig schütteln.

Waschmittel (ergibt ca. 3 Liter)

  • 3 l Wasser
  • 4 EL Waschsoda
  • 4 EL Zitronensäure
  • 20 g Kernseife
  • 20 g Gallseife
  • (5 Tropfen ätherisches Öl)

Die Kern- und die Gallseife mit einer Küchenreibe fein reiben und in einem Liter kochendem Wasser unter Rühren auflösen. Die Wasser-Seifen-Mischung etwa eine Stunde stehen lassen. Die Konsistenz müsste nun puddingähnlich sein. Nun erneut einen Liter Wasser kochend hinzugeben und das Ganze kräftig verrühren. Wieder stehen lassen und nach dem Abkühlen den dritten Liter Wasser und die übrigen Zutaten unterrühren. Zur Aufbewahrung bietet sich eine große Glasflasche oder eine leere Waschmittelflasche an. Vor dem Gebrauch schütteln!