Es ist März und der Frühling lässt sich an vielen Stellen in der Natur schon erahnen. Ein guter Zeitpunkt, um die diesjährige Gartensaison zu planen. Das ist auch eine Gelegenheit, Kinder mit einzubinden und Ideen zu sammeln, wie das gemeinsame naturnahe Gärtnern mit Kindern gestaltet werden kann. 

Ob ihr einen eigenen Garten habt, Platz auf dem Balkon oder auch nur der Fensterbank – kleine Pflanzexperimente können Kinder überall machen. Damit die ersten Gartenerfahrungen für alle Beteiligten eine Freude werden, lohnt es sich, schon im Vorfeld ein paar Dinge zu beachten.

Wählt robuste, unempfindliche Pflanzen aus, die auch mal etwas zu viel Wasser vertragen, wenn das Gießen den Kindern Spaß macht. Für einen eigenen kleinen Naschgarten könnt ihr auf Pflanzen setzen, deren Früchte direkt roh verzehrt werden dürfen, eine längere Ernteperiode haben und am besten auch schnell wachsen. Es wird den Kindern viel Freude bereiten, wenn sie ihre erste Ernte kosten können und vielleicht sogar dazu motivieren, mal etwas zu probieren, das sie sonst nicht essen wollen.

Auf jeden Fall bekommen sie ein Gefühl dafür, wie Pflanzen wachsen, was wann Saison hat und wie viele Arbeitsschritte der Ernte vorausgehen.

Auch auf kleinstem Raum möglich: Bienenweide

Auch auf kleinstem Raum, wie auf der Fensterbank, können bienenfreundliche Blumen wie Kornblumen,
Malve und Ringelblumen ausgesät werden. Dies können Kinder ab etwa 3 Jahren auch schon ganz alleine machen. Ihr solltet lediglich darauf achten, dass die Samen auch gleichmäßig verteilt sind.
Die Erde nach der Aussaat schön feucht halten und schon nach kurzer Zeit könnt ihr die ersten Ergebnisse sehen. Falls ihr den Topf nach draußen auf die Fensterbank stellen könnt, haben auch Bienen und andere Insekten ein tolles Blütenbuffet.
Das geht natürlich auch draußen auf dem Balkon oder direkt im Garten. Zusätzlicher Bonus: Einige der Blüten sind sogar essbar! Informiert euch zusammen mit euren Kindern und peppt den nächsten Salat mit eurer eigenen Ernte farbenfroh auf.

Leckereien für den Naschgarten

Auf dem Balkon oder direkt im Garten können sich die Kinder einen eigenen kleinen Naschgarten anlegen.
An Obst sind hier Erdbeeren eine gute Wahl. Sie vermehren sich schnell und lassen sich gut von den Kindern selbst ernten. Wenn ihr sie im Garten pflanzt, dann achtet darauf, dass sie von den Kindern auch gut erreichbar sind.

Beim Gärtnern mit Kindern dürfen Radieschen nicht fehlen. Sie können über einen langen Zeitraum, von März bis August immer wieder neu ausgesät werden und sind oft schon nach 4 Wochen erntereif. Außerdem lassen sie sich auch gut von den Kindern selbst säen, da die Samen nicht zu klein sind. Radieschenpflanzen sind zusätzlich recht robust.

Auch Zuckererbsen sind eine gute Wahl für den Naschgarten. Wählt hier, gerade für jüngere Kinder, eher kleinwüchsige Sorten, die ohne Gerüst als Rankhilfe auskommen und von den Kindern selbstständig beerntet werden können. Die Erbsensamen könnt ihr auch zum Vorkeimen einen Tag vor der Aussaat in Wasser legen, sodass sie anschließend auch mal kurze Gießpausen verzeihen und nicht so schnell von Vögeln gefressen werden, ehe sie keimen können.

Sehr beliebt sind außerdem Cocktailtomaten. Die zuckersüßen Früchte wandern meist direkt von der Pflanze in den Mund – also rechnet nicht, mit einer Ernte für den eigenen Salat (außer ihr habt Platz für eine entsprechende Menge an Pflanzen).
Sind große Salattomaten oft anfällig für Krankheiten wie Braunfäule, die durch Gießfehler auftreten kann, sind Cocktailtomaten da unempfindlicher.
Auch eine schöne Idee: Probiert hier mal aus, euer eigenes Saatgut zu gewinnen, indem ihr die Kerne von leckeren, gekauften (Bio)Cocktailtomaten trocknet und dann gemeinsam aussät. Eine tolle Erfahrung, für Kinder!

Wer noch etwas mehr Platz hat, kann auch Bohnen an einem Gerüst ranken lassen. Die großen Samen lassen sich von Kindern gut aussäen und die Pflanzen, gerade bei Feuerbohnen, bekommen tolle Blüten.
Die Schoten, die dann geerntet werden, können von den Kindern auch selbst geöffnet werden. Je nach Sorte haben die geernteten Bohnen auch tolle Farben und Musterungen und können, sofern sie nicht
gekocht werden, von den Kindern auch zum Spielen benutzt werden.

Was außerdem auch ohne eigenen Gemüsegarten gut funktioniert, ist, Salat in einem Balkonkasten auf der Fensterbank zu ziehen. Hier gibt es beispielsweise auch leckere Salatmischungen, die unkompliziert schon mit einem Saatband kommen, sodass die Samen schon gleichmäßig verteilt sind. Die Salate können teils sogar mehrfach abgeerntet werden.

Kräuter für Tee und Küche

Auch Kräuter können beim Gärtnern mit Kindern viel Freude bereiten. Einige Sorten, wie Schnittlauch, Basilikum und Petersilie können auch auf der Fensterbank unkompliziert aus Samen gezogen werden. So können die Kinder direkt auch bei der Verarbeitung der Kräuter in der Küche mitwirken.

Weitere Möglichkeiten für den Topf oder den Garten sind mehrjährige Kräuter, die auch später gemeinsam für (Eis-)Tee genutzt werden können, wie Zitronenmelisse, Pfefferminze oder Salbei. Durch sie können die Kinder unmittelbar nachvollziehen, dass Tee nicht in kleinen Beuteln wächst, sondern auch individuell nach Geschmack zubereitet werden kann.

Das Wunder der Kartoffel

Eine weitere Möglichkeit, beim Gärtnern mit Kindern die Entstehung unserer Lebensmittel zu beobachten
bieten Kartoffeln. Bestimmt habt ihr ab und zu Kartoffeln zu Hause, die schon anfangen, zu keimen. Diese könnt ihr direkt nutzen.
Ihr braucht einen ausreichend großen Topf, den ihr etwa zu einem Viertel mit Erde füllt, die Kartoffel(n) darauf legt und mit Erde bedeckt. Sobald die Pflanze wächst und die ersten Triebe zu sehen sind, solltet ihr sie immer wieder mit Erde bedecken, bis der Topf voll ist. Die Erde immer feucht halten und nach etwa 100 Tagen über die Ernte freuen. Kinder haben riesigen Spaß daran, die neu entstandenen Kartoffeln aus der Erde zu suchen.

Habt ihr mit euren Kindern schon Gartenexperimente gemacht? Teilt eure Tipps mit uns in den Kommentaren unter diesem Beitrag.