Digitale Auszeit für Familien: Verbindende Momente statt Bildschirmzeit

Digitale Auszeit für Familien
© Oksana Klymenko / Adobe Stock

Der Zusammenhalt der Familie ist heute wichtiger denn je: In Zeiten des immer schnelllebiger wirkenden Alltags bietet die familiäre Verbindung schließlich Rückhalt, Geborgenheit und Urvertrauen.

Gerade Kindern wird hier der nötige Raum zur Entfaltung geboten, die Förderung individueller Interessen und Fähigkeiten sowie die emotionale Basis, künftigen Herausforderungen gerecht zu werden. Damit diese Verbindung geschaffen werden kann, ist qualitative Familienzeit von hoher Bedeutung. Doch was, wenn genau diese wichtigen Momente viel zu oft durch die ständige Erreichbarkeit gestört werden? In dem Fall wird es Zeit für eine digitale Auszeit, die Eltern und Nachwuchs gleichermaßen zugutekommt.

Warum digitale Auszeiten der ganzen Familie guttun

Nicht nur der eigene Nachwuchs wird durch einen übermäßigen Medienkonsum überfordert, sondern auch Eltern sind oft von Reizüberflutung betroffen, wenn sie ständig zum Smartphone greifen. Die ständige Erreichbarkeit löst außerdem Stress aus, der sich wiederum negativ auf den gesamten Familienalltag auswirken kann. 

Dass deutsche Kinder das empfohlene Maß an Medienkonsum stark überschreiten, ist nichts Neues. Werden sich Eltern der Folgen übermäßigen Medienkonsums bewusst, verstehen sie allerdings den Nutzen, den digitale Familienauszeiten haben können. Zu viel Medienzeit kann nämlich mit der Zeit zu Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten und sozialer Isolation führen. Dem können Eltern mit bewussten Pausen von digitalen Medien entgegenwirken, um auch die Familienbeziehung zu stärken und gemeinsam bleibende Erinnerungen zu schaffen. Selbst kleine Auszeiten können mit der richtigen Vorbereitung zu Momenten werden, die die Beziehungen untereinander stärken und Vertrauen schaffen, aber auch positiv zur Entwicklung der Kleinsten beitragen. Doch für eine Weile komplett offline zu bleiben, ist für die meisten alles andere als einfach.

Mit der richtigen Balance digitalen Detox richtig angehen

Ob es um das Berufsleben, auf Hilfe angewiesene Familienmitglieder oder die eigenen Freunde geht – in gewissen Fällen ist es notwendig, trotz digitalem Detox zumindest in dringenden Fällen erreichbar zu bleiben. Damit die ständige Verfügbarkeit in Zeiten digitaler Auszeiten allerdings nicht für innere Anspannung sorgt, sollte die Art der Kommunikation sinnvoll gewählt werden. Schnelllebige Messenger-Dienste wie WhatsApp lassen sich beispielsweise gegen entschleunigte Alternativen wie E-Mails tauschen. 

Freunde, Kollegen und Familienmitglieder dürfen die E-Mail-Adresse nur dann nutzen, wenn es wirklich dringend ist. Dadurch fällt eine ganze Menge Druck weg, der sonst aufgrund der Erwartungen hinsichtlich schneller Antworten von Freunden und Bekannten entsteht. Hierzu lässt sich ein spezieller Freemail-Dienst auswählen, der keine zusätzlichen Kosten verursacht und nur für den digitalen Detox zum Einsatz kommt – ganz ohne alltäglichen Spam. 

Mit diesen Tipps gelingt der Digital Detox auch im Familienalltag

Mit der richtigen Balance lassen sich digitale Auszeiten im Familienalltag trotz beispielsweise beruflicher Verpflichtungen also besser umsetzen. Doch nicht nur der Antwortdruck gefährdet den digitalen Detox oft: So fühlt sich der eigene Nachwuchs von den digitalen Auszeiten oft bestraft. Das macht es schwer, in den medienfreien Augenblicken gemeinsame Momente auch wirklich zu genießen. Mit Hilfe dieser Tipps fällt es Eltern allerdings wesentlich leichter, Kinder und Teens zumindest zwischendurch von einer digitalen Auszeit zu überzeugen:

Offline-Zeiten mit ganz besonderen Familienmomenten schrittweise einführen

Gerade zu Beginn fällt die Umstellung schwer, da wir dank diverser Streamingservices und Social Media Entertainment on demand gewohnt sind. Eine vollständige Abstinenz von Medien ist deshalb auch beim eigenen Nachwuchs nur schwer umzusetzen. Besser ist es, Offline-Zeiten vorab abzusprechen und gemeinsam festzulegen – beispielsweise den Verzicht ab 19 Uhr abends oder an Wochenendtagen. Schmackhaft gemacht werden kann die Absprache mit Hilfe besonderer Familienmomente. Das kann das gemeinsame Fondue vor dem Kaminfeuer sein, aber auch das Durchstöbern alter Familien-Fotoalben bei gemütlicher Atmosphäre.

Auf Smartphone-freie Zonen einigen

Gute Kompromisse können oft große Erfolge erzielen, wenn es um den digitalen Detox im Familienalltag geht. Vor allem der Esstisch sollte zur Smartphone-freien Zone erklärt werden, da es beim gemeinsamen Abendessen ohne Ablenkung durch Medien viel besser zum Austausch kommt. Das verstärkt nicht nur das Wir-Gefühl und die Zusammengehörigkeit, sondern fördert auch die allgemeine Entspannung nach einem langen Tag und den Zusammenhalt. 

Statt virtuelle Welten Neues in der Region entdecken

Gerade Videospiele gestalten sich im Familienalltag problematisch, da sie Kinder durch das immersive Geschehen schnell süchtig machen. Das Gaming sollte unbedingt eingeschränkt werden, wobei Familienausflüge ohne Smartphones und Co. behilflich sein können. Tagesausflüge oder kurze Spazierfahrten zu lokalen Attraktionen lenken nicht nur von dem Verlangen nach digitaler Unterhaltung ab, sondern bringen der ganzen Familie auch Neues bei. So können Eltern und Kind durch Museen mehr über die lokale Geschichte erfahren oder der Wissenschaft und der Tierwelt auf spielerische Weise näher kommen. Auch die Natur kann immer wieder neu entdeckt werden und regt zur körperlichen Aktivität an – beispielsweise mit Hilfe eines nahegelegenen Kletterparks, der bei Groß und Klein für eine Menge Nervenkitzel sorgt. 

Solche Familienmomente fördern die Fantasie und Kreativität von Kindern, indem sie der Reizüberflutung entgegenwirken. Sie kreieren aber auch mehr Ruhe im eigenen Zuhause. Das kommt Eltern und Nachwuchs gleichermaßen zugute, da in den digitalen Auszeiten neue Energie getankt und die gemeinsame Zeit bewusster genossen werden kann.