Kontakt zu Tieren Kind
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7 Ideen, wie dein Kind Kontakt zu Tieren haben kann – ohne eigenes Haustier

Kontakt zu Tieren ist wichtig für die Entwicklung von Kindern – da sind sich Expert:innen einig. Ein eigenes Haustier kommt für viele Familien aber nicht in Frage. Muss es auch nicht…

Von einem eigenen Haustier träumen viele Kinder, aber nicht immer kann dieser Traum wahr werden. Zwar hat es viele Vorteile, ein eigenes Haustier zu haben, aber auch einige Nachteile, die bedacht werden müssen. Die Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen ist groß – zu groß für ein Kind allein. Einige Aufgaben bleiben früher oder später an den Eltern hängen und diese dürfen auch das Portemonnaie zücken, wenn es darum geht Futter, tierärztliche Behandlungen oder andere Kosten rund um das Haustier zu zahlen – denn dafür reicht das Taschengeld eines Kindes in der Regel nicht aus. Familien, die gern verreisen müssen zudem eine Urlaubsbetreuung organisieren oder eine haustierfreundliche Unterkunft finden. Beides verursacht oft Extrakosten. Auch an mögliche Allergien der Familienmitglieder sollte vor dem Einzug eines Haustiers gedacht werden und nicht zu unterschätzen ist der Dreck, den einige Haustiere machen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kontakt zu Tieren ist gut und für die Entwicklung eines Kindes sogar wichtig. Ein eigenes Haustier muss es deshalb aber nicht gleich sein. Wir haben 7 Ideen, wie dein Kind Kontakt zu Tieren haben kann – ohne eigenes Haustier.

1) Hunde Gassi führen

In der Nachbarschaft gibt es bestimmt Hunde, deren Besitzer:innen sich darüber freuen, wenn sie die eine oder andere Gassi-Runde abgenommen bekommen oder dem Hund eine zusätzliche spendiert wird. Nur wenige sind jedoch bereit, dafür Geld auszugeben und eine:n Hundesitter:in zu engagieren. Wenn dein Kind direkt von vornherein klarstellt, dass es ihm gar nicht darum geht, sein Taschengeld aufzubessern, sondern rein um das Zusammensein mit dem Tier, findet sich bestimmt bald ein „Perfect Match“.

Alternativ können Hunde aus einem Tierheim Gassi geführt werden. Einfach mal bei einem Tierheim in eurer Nähe anrufen und nachfragen.

2) Katzenhaus besuchen

Apropos Tierheim – auch die dort lebenden Katzen freuen sich über Besuch und Streicheleinheiten. Viele Katzenhäuser sind überfüllt und gerade ältere Stubentiger schwer vermittelbar. Viele von ihnen finden keine Adoptivfamilie und müssen ihren Lebensabend im Katzenhaus verbringen. Schön, wenn sie eine Bezugsperson haben, die regelmäßig vorbeikommt um mit ihnen zu spielen oder sie zu streicheln. Auch mit dieser Idee vorab im Tierheim anrufen.

3) Einen Wildpark besuchen

In einem Wildpark kann man heimische Wildtiere beobachten – was in der Natur mit Kindern nur selten möglich ist. Wildschweinen, Rehen, Füchsen, Dachsen, Waschbären, Ottern und Greifvögeln begegnet man beim Spaziergang eher selten. In einem Wildpark leben sie in eingezäunten Gehegen und sind an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt. Viele von ihnen lassen sich sogar (mit speziellem Wildtierfutter, das man im Park erhält) füttern. Einen ausführlichen Beitrag über einen Familienausflug in einen Wildpark – inklusive Packliste – findest du HIER.

TIPP: Ein tolles Geschenk zum Geburtstag oder zu Weihnachten ist eine Tier-Patenschaft für ein Tier in einem Wildpark.

KEINE GUTE IDEE
Auch in Zoos und einigen Zirkussen kann man (oft exotische) Tiere aus der Nähe beobachten. Dort können diese jedoch nicht artgerecht gehalten werden, weshalb wir vom Naturkind Magazin mit unseren Kindern keinen Ausflug dorthin machen.

4) Einen Ausflug auf einen Bio-Bauernhof machen

Viele Bauernhöfe öffnen ihre Pforten regelmäßig für interessierte Besucher:innen. Kinder können sehen, wie Nutztiere gehalten werden – die ihnen beispielsweise Eier, Milch oder Fleisch liefern. Und sie können den Tieren so nah kommen, wie selten. Sie beispielsweise streicheln, füttern oder beim Ausmisten helfen. Einige Bauernhöfe bieten auch Kindergeburtstage oder andere Aktionen an.

Wer sich noch tiefere Einblicke in das Leben und die Arbeit auf einem Bauernhof wünscht, kann direkt einen Bauernhof-Urlaub buchen. Nicht nur für Kinder ist das ein Erlebnis, das lange in positiver Erinnerung bleibt.

5) Pony, Alpaka oder Lama spazieren führen

Vielerorts bieten beispielsweise Ponyhöfe oder Alpakafarmen Wanderungen mit den freundlichen Tieren an. Meist finden diese in einer Gruppe statt, die von erfahrenen Personen begleitet wird. Auch Kinder dürfen den Führstrick mal halten oder die Tiere streicheln oder füttern. Natürlich darf auch ein Erinnerungsfoto nicht fehlen.

6) Eine Imkerei besuchen

Wo kommt eigentlich unser Honig her? Einem Imker oder einer Imkerin bei der Arbeit zuzusehen ist für kleine und große Naturkinder interessant. Ausgerüstet mit Schutzkleidung geht es gemeinsam zum Bienenstand, wo man die fleißigen Tiere beobachten kann, einen Einblick hinter die Kulissen bekommt und am Ende sogar ein bisschen Honig direkt aus einer Wabe naschen darf. Wer keine:n Imker:in in seinem Bekanntenkreis hat, kann sich an einen regionalen Imkerverein in seiner Nähe wenden und fragen, wann und wo Führungen für Familien oder Kinder stattfinden.

7) An einer Vogel- oder Fledermauswanderung teilnehmen

Naturschutzverbände wie der NABU und einige Wildnisschulen bieten regelmäßig geführte Wanderungen an, bei denen beispielsweise Vögel oder Fledermäuse beobachtet werden. Bei einer Vogelwanderung lernt man die unterschiedlichen Vogelarten mit ihren Besonderheiten kennen und sie auch durch ihren Gesang zu unterscheiden.

Bei einer Fledermauswanderung werden die Laute, die diese Tiere von sich geben mit einem speziellen Gerät für das menschliche Ohr hörbar gemacht. Ohne dieses Gerät ist es uns Menschen nicht möglich, die Laute wahrzunehmen. Stumm sind Fledermäuse aber ganz und gar nicht – in der Dämmerung und Dunkelheit sind sie sogar richtig „gesprächig“.

HINWEIS
Bitte niemals fremde Tiere ohne Absprache mit den Besitzer:innen füttern. Das kann im schlimmsten Fall für die Tiere tödlich enden! Lies zu diesem Thema gern den Beitrag: Bitte nicht füttern! Wenn Tierliebe zur Gefahr wird.

Rebecca Sommer

Rebecca Sommer hat nach ihrem Studium ein Volontariat bei einer Tageszeitung absolviert und war als Redakteurin und Buchautorin für diverse Verlage und Medien tätig. Heute arbeitet die vierfache Mutter als Geschäftsführerin der nachhaltigen Werbeagentur between und leitet das Projekt Naturkind. Mit ihrer Familie lebt die 34-Jährige in Hamburg.