Mülltrennung Mythen
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Recycling wie ein Profi: wir räumen auf mit Müll-Mythen

Über 40 Millionen Tonnen Hausmüll fallen jedes Jahr in Deutschland an. Ein Großteil davon machen Verpackungen aus. Ob aus Kunststoff, Pappe oder Glas – an erster Stelle sollte das Vermeiden von Verpackungsmüll stehen. Gerade „zwischen den Jahren“ häuft sich dieser jedoch oft auch bei Familien, die im Alltag auf Müllvermeidung achten. Einmal mehr sollte deshalb auf die korrekte Trennung von Müll geachtet werden. 

Mülltrennung ist ein wichtiges und zugleich kompliziertes Thema. Wer schon einmal in eine andere Stadt oder gar ein anderes Bundesland gezogen ist, wird bemerken, dass es sogar regionale Unterschiede gibt. Kein Wunder also, dass manchereins den Überblick verliert und sich Müll-Mythen wie die folgenden sieben durchsetzen konnten.

Bioplastik darf in die Biotonne

Bioplastik galt bei seiner Einführung als umweltfreundliche Alternative für herkömmliches Plastik, welches rund 400 Jahre braucht, bis es sich auf natürliche Weise zersetzt. Inzwischen weiß man, dass auch Bioplastik noch viel zu lange braucht, um zu Kompost zu werden und deshalb wird es in den Kompostieranlagen aussortiert. Wer also beispielsweise Müllsäcke aus Bioplastik verwendet, sollte nur deren Inhalte in die Biotonne kippen, den Beutel allerdings in die Restmülltonne geben. Oder einfach auf den Müllsack verzichten und den Eimer regelmäßig reinigen.

Altglas muss vor der Entsorgung gespült werden

Zwar sollten Gläser vollständig entleert in den Altglascontainer gegeben werden, sie müssen vorher aber nicht gespült werden. Wer auf den Spülgang verzichtet, spart Wasser und Energie und schont damit die Umwelt. Die Deckel dürfen übrigens drauf bleiben – diese werden in den modernen Glassortieranlagen aussortiert und fachgerecht entsorgt.

Altglas nach Farben zu sortieren ist sinnlos

Wer schon einmal ein Müllfahrzeug bei der Abholung der Glascontainer beobachtet hat, kann dadurch den Eindruck gewonnen haben, dass das Sortieren nach Farben sinnlos ist, weil ohnehin alle Gläser zusammengekippt werden. Was man von außen nicht erkennen kann: Im Inneren gibt es verschiedene Kammern, wodurch die Gläser nicht vermischt werden. Das Trennen nach Farben ist wichtig, denn nur so können sie richtig recycelt werden. Verpackungen die nicht sofort zugeordnet werden können, etwa aus blauem Glas, gehören übrigens in die Tonne für Grünglas.

Getränkekartons gehören ins Altpapier

Ein weit verbreiteter Irrglaube betrifft Getränkekartons. Diese gehören nicht ins Altpapier, sondern in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne. Wer Getränkekartons vor der Entsorgung zusammendrückt, spart Platz.

Papiertüten sind umweltschonender als Plastiktüten

Seit Plastiktüten aus unseren Supermärkten verbannt worden sind, greifen Verbraucher gerne zu den erhältlichen Papiertüten und denken, der Umwelt damit etwas Gutes zutun. Sie bestehen zum Großteil aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz und wenn sie ins Meer gelangen, zersetzen sie sich schneller, als Plastiktüten. Betrachtet man jedoch die Ressourcen- und Energieverbräuche, die bei der Herstellung entstehen, dann schneiden Papiertüten sogar schlechter ab, als Plastiktüten. Damit ihre Ökobilanz einen Vorteil gegenüber der von Plastiktüten hätte, müssten Papiertüten vier Mal verwendet werden – oft reißen sie jedoch bereits beim ersten Mal und landen dann im Altpapier. Besser: Immer eine Tasche, einen Rucksack oder Korb dabei haben.

Tierstreu gehört in die Biotonne

Wer einen Nager zu Hause hat, verwendet in dessen Stall für gewöhnlich Streu aus Holzspänen. Dieses natürliche Produkt schreit doch nach Biotonne. Falsch. Streu aus Tierkäfigen gehört in die Restmülltonne.

Speiseöl darf im Kanal entsorgt werden

Zahlreiche Familien entsorgen ihr altes Speiseöl über das Spülbecken oder die Toilette. Damit können sie nicht nur in den eigenen Rohren, sondern auch im Kanalsystem einen immensen Schaden anrichten. Auch wird dadurch das Abwasser verschmutzt. Korrekt wird (abgekühltes) Speiseöl in einem verschlossenen Behältnis, etwa einer PET-Flasche, in der Restmülltonne entsorgt. Diese kann zusätzlich in Papier gewickelt werden. Sollte Öl austreten, wird dieses aufgesaugt und läuft nicht in den Mülleimer.

Rebecca Sommer

Rebecca Sommer hat nach ihrem Studium ein Volontariat bei einer Tageszeitung absolviert und war als Redakteurin und Buchautorin für diverse Verlage und Medien tätig. Heute arbeitet die vierfache Mutter als Geschäftsführerin der nachhaltigen Werbeagentur between und leitet das Projekt Naturkind. Mit ihrer Familie lebt die 34-Jährige in Hamburg.