Tannenhonig, Rapshonig, Blütenhonig, Waldhonig – Honigsorten gibt es in Deutschland in Hülle und Fülle. Pro Kopf landet hier mehr als ein Kilogramm im Jahr als Aufstrich auf dem Sonntagsbrötchen oder als Süßungsmittel in Speisen und Tees. Doch Honig ist nicht gleich Honig. Warum sich der Griff zu einem Bioprodukt aus der Region lohnt…

Im Handel laden diverse Honigsorten Verbraucher*innen zum Kauf ein. Oft spielen ein hübsch gestaltetes Etikett und nicht zuletzt der Preis eine Rolle bei der Kaufentscheidung. Viel wichtiger sollten jedoch Herkunft und Bioqualität sein. Denn beides ist wichtig für den Umwelt- und Klimaschutz und für das Wohlergehen der Bienen.

Honig ist ein Naturprodukt und wird auch als solches beworben. Immer wieder ergeben Untersuchungen jedoch, dass in Honig, den man hierzulande kaufen kann, Pestizide und Bestandteile gentechnisch veränderter Pflanzen enthalten sind. In der deutschen Landwirtschaft sind die Regelungen zur Gentechnik streng, für importierten Honig aus anderen Ländern gelten diese jedoch nicht und Pestizide kommen auch hierzulande in großen Mengen, zum Beispiel im Obst- und Rapsanbau zum Einsatz. Alarmierend: Verbraucher*innen können sich vor diesen Ackergiften ebenso wenig schützen wie Tiere und die Natur.

Eine Stichprobe des BUND hat in 13 von 22 in Deutschland verkauften Honigen Rückstände von Pestiziden festgestellt. Die, in einem unabhängigen Labor untersuchten, Proben waren zumeist mit dem Neonikotinoid Thiacloprid belastet. Dieses hochwirksame Nervengift kann beim Menschen Krebs erregend wirken und schädlich für die Fortpflanzung sein. Für Bienen und andere nützliche Insekten kann es tödlich sein, das Immunsystem schwächen und die Orientierung beeinträchtigen. Der BUND fordert die Bundesregierung deshalb auf, Neonikotinoide zu verbieten und einen schnellen Pestizid-Ausstiegsplan auf den Weg zu bringen. In der kontrolliert ökologischen Landwirtschaft sind solche umweltschädlichen Ackergifte schon heute nicht erlaubt.

Wer Honig aus der eigenen Region kauft, vermeidet lange Transportwege und schont damit das Klima. Außerdem wird so die natürliche Bestäubung heimischer Blüten aktiv unterstützt. Viele Imker*innen gewähren auf Nachfrage gerne einen Blick hinter die Kulissen und zeigen interessierten Besucher*innen, wie ihre Bienen leben. Dabei unterscheiden sich konventionelle Imker*innen und Bio-Imker*innen in vielen Bereichen. Zwar setzen sich beide für den Schutz von Bienen ein und da viele Bienenarten vom Aussterben bedroht sind, ist das wichtiger denn je. Doch Bio-Imker*innen müssen sich an besondere Vorschriften halten, die in vielerlei Hinsicht gut für die Umwelt und die Bienen sind und auch das Risiko von Pestizidrückständen im Honig verringern.

Zwar kann man Bienen nicht vorschreiben, welche Blüten sie zum Nektarsammeln auswählen, Völker von Bio-Imkereien dürfen jedoch im Umkreis von drei Kilometern nicht an konventionell betriebene Landwirtschaftsflächen grenzen. Im gleichen Umkreis sind Schadstoff dürfen keine ausstoßende Industrien, Autobahnen und Müllverbrennungsanlagen stehen. Die Haltung der Bienen ist ausschließlich in Bienenkästen aus natürlichen Materialien erlaubt, das Beschneiden der Flügel der Bienenkönigin ist verboten, ebenso wie chemische Mittel und Medikamente zum Fernhalten der Bienen während der Honigernte oder zum Bekämpfen von Parasiten und Krankheiten. Im Winter werden Bienen von Bio-Imker*innen mit eigenem Honig und Pollen, nur in Ausnahmefällen mit Bio-Zuckersirup gefüttert.

Seit dem Jahr 2000 sind die Richtlinien für ökologische Bienenhaltung durch die EU-Bio-Verordnung festgelegt und der Begriff Bio-Honig ist geschützt. Durch pflichtmäßige Qualitätskontrollen wird die Bio-Qualität sichergestellt.