Unter euch Isomatten auf dem Waldboden. Über euch die Silhouetten der Bäume im Nachthimmel – Äste, die sich sanft im Wind hin und her bewegen. Und neben euch eure Lieblingsmenschen, die das Erlebnis teilen.

Vielleicht habt ihr schonmal als Familie in einem Zelt übernachtet – auf einem Campingplatz oder vielleicht auch im Garten. Bestimmt hatten die Kinder einen Riesenspaß und haben den Tapetenwechsel und die Naturerfahrung genossen. Sobald das Thermometer auch nachts mehr als zehn Grad Celsius anzeigt, ist die Zeit ideal um diese Erfahrung auf das nächste Level zu heben: eine Nacht mitten im Wald unter freiem Himmel.

Worauf wartet ihr?

Ohne Zelt erlebt ihr die Natur ringsum ganz unmittelbar und direkt. Es ist ein bisschen so, als würdet ihr mit dem Wald verschmelzen und Teil davon werden. Für dieses unbezahlbare Erlebnis braucht es nicht viel. Wenn ihr wollt, könnt ihr es gleich heute noch erleben.

Jetzt im Sommer, wenn die Tage lang und die Nächte warm und trocken sind, sind die Voraussetzungen für eine Draußenübernachtung ideal. Entscheidet euch zunächst für eine passende Gegend, in der ihr euer vorübergehendes Zuhause errichten wollt. In einem Laubwald, der relativ eben ist, findet ihr die besten Bedingungen. Vielleicht fällt euch spontan ein schönes Fleckchen ein, an dem ihr schon einmal wart.

An Ausrüstung braucht ihr nichts weiter als Isomatten, Schlafsäcke, Taschenlampen und vielleicht einem Campingkocher. Packt alles in Rucksack, Bollerwagen oder Fahrradanhänger und schon kann es losgehen.

Los geht es!

Vor Ort sucht ihr euch gemeinsam ein gemütliches Fleckchen, an dem ihr euch wohlfühlt und das zum Lagern einlädt. Legt die Isomatten auf den Boden und breitet die Schlafsäcke darüber aus – fertig ist euer Bett für die Nacht. 

Gönnt euch zum Abendessen etwas, das euch allen so richtig gut schmeckt, damit ihr danach wohlig satt in die Schlafsäcke schlüpfen könnt.

In den Armen von Mutter Natur

Das Schlafen unter freiem Himmel ist eine wundervolle, ursprüngliche Erfahrung. Bei keinem anderen Abenteuer werden wir derart auf uns selbst zurückgeworfen und dazu eingeladen unsere Ängste loszulassen und uns der Natur voll und ganz hinzugeben. Erfahrungsgemäß fällt Kindern dieses Loslassen relativ leicht: im Schlafsack eingekuschelt, Mama oder Papa und das Lieblingskuscheltier ganz dicht neben sich, fühlen sie sich sehr schnell geborgen und sicher.

Einmalig ist auch dar Erlebnis – von den Vögeln geweckt – im Wald aufzuwachen. Nehmt euch Zeit für den Morgen und genießt das schöne Gefühl über das Abenteuer verbunden zu sein. Ihr werdet euch sicherlich noch lange davon erzählen.

Rechtliches

Ein Zelt im Wald aufzustellen ist in Deutschland verboten. Eine Nacht unter freiem Himmel zu verbringen aber nicht, solange ihr Schutzgebiete beachtet. Auch das Benutzen eines Tarps ist okay. 

Verhaltet euch bei eurem Abenteuer rücksichtsvoll gegenüber Tieren, Pflanzen und anderen Waldnutzern und nehmt euren Müll wieder mit nach Hause. Und auch wenn ein Lagerfeuer gemütlich wäre: offenes Feuer ist im Wald generell verboten.

Ausrüstung

Für eine Nacht im Wald braucht ihr eine Isomatte und einen Drei-Jahreszeiten-Schlafsack. (Tipp: Koppelbare Schlafsäcke ermöglichen, dass ein Kind direkt bei Mama oder Papa liegen kann.) Daneben sollte auch unbedingt eine Stirnlampe ins Gepäck. Eine leichte Schutzplane, ein sogenanntes Tarp, sorgt für etwas mehr Gemütlichkeit und Regenschutz.

Sicherheit

  • Nicht vorm Hochsitz – Aus offensichtlichen Gründen.
  • Nicht in einer Mulde – Bei Regen sammelt sich darin schnell viel Wasser.
  • Nicht unter morsche Bäume und Äste – Damit kein Totholz auf euch herabfällt.
  • Nicht am stehenden Gewässer – Hier tummeln sich auch die Stechmücken.
  • Nicht zu nah am Wasser – Regenfälle oder die Gezeiten können den Wasserstand sehr schnell steigen lassen.
  • Um keine Tiere anzulocken, verpackt alle Essensreste bevor ihr schlafen geht.

Trekkingplätze

Wer gerne im Wald schlafen, aber nicht auf sein gemütliches Zelt verzichten möchte, findet mittlerweile an vielen Orten Deutschlands sogenannte Trekkingplätze. Sie liegen meist mitten im Wald, sind nur zu Fuß erreichbar und bieten eine Waldschläfer-Erfahrung mit Minimalkomfort wie Plumpsklo und Feuerstelle. In der Regel müssen sie vorab gebucht werden und kosten etwa fünf bis zehn Euro pro Nacht. Eine Internetsuche führt euch zu den Plätzen in eurer Umgebung.

Geschrieben von Jana & Patrick Heck

In Ihrem Blog und gleichnamigen Buch „Ausgebüxt“ versorgen die zweifachen Eltern Jana und Patrick Heck andere Familien mit Abenteuerideen. Für das Naturkind Magazin haben sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen zum Thema „Schlafen im Wald“ zusammengefasst.