Wenn es um nachhaltiges Leben geht, denken wir zuerst an die Vermeidung von Plastik oder Flugreisen. Dabei übersehen wir oft, was für einen Einfluss schon die Wahl unserer Bank hat.

Unser Geld liegt nicht einfach nur auf dem Konto und wartet darauf, dass wir es ausgeben. Banken verwenden das Geld ihrer Kunden für Kredite oder andere Finanzgeschäfte. Diese können sich auch auf Bereiche wie fossile Brennstoffe, Atom- oder Rüstungsindustrie erstrecken. Wenn also eine Bank mit einem Waffenhersteller in einer Geschäftsbeziehung steht und diesem einen Kredit vergibt, fließt auch das Geld der Privatkunden in den Kredit. Das ist bei vielen konventionellen Banken der Fall.

Die gute Nachricht ist, dass wir mit der Wahl unserer Bank eine aktive Entscheidung treffen können, in welchen Bereichen unser Geld wirkt oder eben nicht verwendet werden darf. Denn das Geld an sich ist weder gut noch schlecht. Es liegt an uns, welche Wirkung es hat und ob wir diese vertreten wollen.

Was sind alternative Banken?

Mittlerweile gibt es eine größere Auswahl von alternativen Banken. Sie entscheiden unter fairen, ethischen und ökologischen Kriterien, welche Wirtschaftsbereiche sie ausschließen und welche sie fördern wollen. Dabei arbeiten diese Banken sehr transparent und für die Kunden nachvollziehbar, wie sie deren Geld verwenden.
Auch einige kirchliche Banken verschreiben sich zunehmend nachhaltigen Prinzipien. Die Ausrichtung der alternativen Banken unterscheidet sich jedoch. So schließen manche Banken Sektoren wie Atomenergie oder Glücksspiel komplett und andere nur bis zu einem gewissen Anteil aus.

Weitere große Unterschiede unter den alternativen Banken gibt es bei monatlichen Gebühren, Kosten für Überweisungen und Abhebungen. Auch der Leistungsumfang unterscheidet sich und sollte bei der Wahl beachtet werden. Nicht jede Bank vergibt Kredite oder bietet Tagesgeldkonten an. Einige Banken haben eigene Filialen, während andere komplett auf digitalen Service setzen.
Des Weiteren gibt es manche der nachhaltigen Banken schon seit mehreren Jahrzehnten, wie etwa die GLS Bank oder die Triodos Bank. Andere, wie Tomorrow, sind ganz frisch auf dem Markt. Aber auch bei neueren Banken sind die Privatkunden gemäß dem Standard für europäische Kreditinstitute bis 100 000 € abgesichert.

Alle nachhaltigen Banken haben gemeinsam, dass sie keine Geschäfte mit Unternehmen machen, die mit Kinderarbeit oder Menschenrechtsverletzungen in Verbindung stehen. Diese Aspekte sind bei konventionellen Banken nicht ausgeschlossen.

Das machen nachhaltige Banken mit unserem Geld

Alternative Banken setzen ihre Schwerpunkte bei der Kreditvergabe nach fairen, ethischen und oft auch ökologischen Kriterien. So wirkt das Geld der Kunden in den Bereichen der erneuerbaren Energien, Bildung, Gesundheit und Pflege oder Ökologisches Bauen. Finanziert werden also beispielsweise Kindergärten, Solaranlagen, Krankenhäuser oder ökologische Unternehmen. Auch die Förderung von bezahlbarem Wohnraum und Druck auf unethische Sektoren wie die Rüstungsindustrie treiben nachhaltige Banken voran.

Finanzieller Umzug in die Nachhaltigkeit

Wer sich sicher sein will, was mit seinem Geld passiert, während es auf dem Konto liegt, sollte bei der Wahl seiner Bank anfangen. Der einfachste Schritt, mit seinem Geld ganz bewusst und dauerhaft eine nachhaltige Entscheidung zu treffen ist die Eröffnung eines fairen Girokontos. Dies läuft bei einigen Anbietern ganz unkompliziert online ab. Viele bieten auch einen “Umzugsservice” an, sodass nicht jeder Dauerauftrag einzeln geändert werden muss und das alte Konto bei einer konventionellen Bank schließlich geschlossen werden kann.

Wer sich noch intensiver mit dem Thema auseinandersetzen will ist auf der unabhängigen Seite Fair Geld anlegen gut aufgehoben. Dort gibt es viele Informationen, weiterführende Links und Gedankenanstöße, die auch über die Wahl eines nachhaltigen Kontos hinaus hilfreich sind. Denn bei anderen Finanzprodukten und Investitionen könnt ihr ebenfalls darauf achten, ob sie wirklich nachhaltig sind oder ob es sich um sogenanntes Greenwashing handelt. Da der Begriff “nachhaltig” nicht geschützt ist, wird er gern zur Verbesserung des Images von Produkten und dahinter stehenden Unternehmen genutzt.

Habt ihr noch Fragen rund um nachhaltige Banken? Stellt sie uns in den Kommentaren!