Gemüsebeet anlegen
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So legst du dein eigenes Gemüsebeet im Garten an

Du denkst darüber nach, in deinem Garten eigenes Gemüse anzubauen, hast aber keine Ahnung, wie du vorgehen sollst? Im Folgenden findest du hilfreiche erste Tipps für ein klassisches Gemüsebeet…

Eigenes Gemüse im Garten anzubauen, beim Wachsen zu beobachten und schließlich zu ernten ist eine große Bereicherung für die ganze Familie. Man schmeckt selbst angebautem Gemüse die Liebe und den Fleiß an, die über Wochen und Monate hineingesteckt worden sind. Und man kann immer sicher sein, dass keine künstlichen Dünge- oder Insektenschutzmittel zum Einsatz gekommen sind. Auch die Sorten kann man selbst bestimmen und langfristig durch Selbstanbau von Gemüse Geld sparen.

Natürlich erfordert ein eigener Gemüsegarten neben einiger Arbeitszeit auch Fachwissen – das man sich mit der Zeit aber automatisch aneignet. Am besten lernt man ohnehin durch Ausprobieren und aus den eigenen Erfahrungen. Einige Grundlagen sollte man beherrschen und dann gilt: Learning by doing. Für den Start habe ich einige Tipps für dich zusammengetragen die hilfreich sein können.

Der geeignete Standort

Wähle für dein Gemüsebeet im Idealfall einen sonnigen Standort aus. Man neigt als Anfänger:in dazu, das Gemüsebeet direkt neben dem Haus anzulegen – doch dieses wirft im Tagesverlauf große Schatten und die sollten unbedingt berücksichtigt werden. Auch Sträucher und Bäume sollten nicht direkt neben dem Gemüsebeet stehen, wenn sich das vermeiden lässt, da diese ebenfalls Sonnenlicht abhalten können.

Der geeignete Standort sollte zudem windgeschützt, aber nicht windstill sein. Durch eine gute Luftzirkulation kann Regen schneller trocknen und sinkt das Risiko für Pilzerkrankungen und Schädlingsbefall der Pflanzen. Um das Gemüsebeet vor kalten Winden zu schützen, ohne es komplett vom Wind abzuschirmen, eignen sich kleine Mauern und Einfriedungen, bepflanzte Zäune oder auch niedrige Schnitthecken, wie Buchsbaumhecken.

Bei der Wahl des Standorts sind weitere Faktoren zu berücksichtigen. Etwa die Wasserversorgung. Die Gemüsepflanzen müssen bewässert werden und du hast vermutlich wenig Lust, mit Wassereimern oder Gießkannen immer wieder quer über das Grundstück laufen zu müssen. Also sollte entweder in unmittelbarer Nähe des Standorts ein Wasseranschluss vorhanden sein oder zumindest einfach dorthin verlegt werden können. Gleiches gilt für den Kompost.

Ein flaches Grundstück ist für ein klassisches Gemüsebeet besser geeignet, als ein Hang. Soll ein Gemüsebeet in Hanglage angelegt werden, ist ein Terrassenbeet eine mögliche Lösung.

Die Bodenqualität

Für eine ertragreiche Ernte ist die Bodenqualität mitentscheidend. Es gilt also zunächst herauszufinden, ob es sich bei dem Boden am ausgewählten Standort um einen  leichten Sandboden, einen mittelschweren Lehmboden oder einen schweren Tonboden handelt. Entsprechend muss der Boden vor dem Anlegen des Gemüsebeets aufbereitet werden.

Für den Anbau der meisten Gemüsesorten eignet sich am besten ein lockerer, humus- und nährstoffreicher Boden. Während ein leichter Boden einfach mit Kompost und Pferdemist angereichert werden kann, ist die Aufbereitung eines schweren Bodens mit mehr Aufwand verbunden.

Tipp: Nach dem Anpflanzen der Gemüsesorten solltest du den Boden mulchen. Du breitest hierfür organische, unverrottete Materialien wie Hackschnitzeln oder Stroh aus .

Maße und Form des Gemüsebeets

Im Grunde sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt – ein Gemüsebeet muss nicht unbedingt eckig und in Reihen bepflanzt sein. Diese Form hat sich jedoch bewährt, da sie leicht zu bearbeiten und pflegen ist. Planst du lediglich ein kleines Beet, bist du in der Gestaltung frei. Willst du aber in Richtung Selbstversorgung gehen, solltest du lieber eine klassische Beetgestaltung anstreben.

Ein klassisches Gemüsebeet besteht aus mehreren aneinandergereihten kleineren Beeten. Die Breite jedes einzelnen Feldes ist mit 1,20 Metern gut bemessen. Länger als fünf Meter sollte jedes einzelne Feld nicht sein, um noch gut bearbeitet werden zu können.

Mittig und längst durch das gesamte Beet verläuft ein Hauptweg, der etwa 60 bis 80 Zentimeter breit sein sollte, sodass er bequem mit einer Schubkarre befahren werden kann. Von diesem gehen quer mehrere Nebenwege ab, für die eine Breite von 30 Zentimetern ausreicht. Die Nebenwege sind die Unterteilung der einzelnen Beete.

Wie viele einzelne Beete angelegt werden, hängt zum einen vom Platzangebot aber auch vom individuellen Ziel ab – soll das Beet ein Hobby sein oder zur kompletten Selbstversorgung mehrere Personen dienen? Ein Gemüsebeet zur ausschließlichen Selbstversorgung benötigt pro Person etwa 30 bis 40 Quadratmeter. Wenn jedes einzelne Beet zwischen den Wegen etwa fünf Meter Länge und 1,20 Meter Breite hat wären also sechs einzelne Beete notwendig. Das ist schon eine ganze Menge und bei einem Mehrpersonenhaushalt kann das Gemüsebeet schnell den Rahmen sprengen oder zur Überforderung führen. Es ist deshalb ratsam, erstmal kleiner anzufangen und mit den Jahren immer weiter zu wachsen.

Tipp: Ehe du im Garten das Beet absteckst und den Boden umgräbst, solltest du es aufzeichnen. Ob mit Stift und Zettel oder Tablet ist dir überlassen – wichtig ist, dass du maßstabsgetreu zeichnest.

Die Gestaltung der Wege

Die Wege sollen dir eine einfache Bearbeitung und Pflege sowie Ernte ermöglichen. Damit sie nicht nur praktisch sind, sondern auch optisch etwas hermachen, kannst du einen (deinem Geschmack) entsprechenden Bodenbelag auswählen. Für den breiten Hauptweg, der quer durch das Beet und eventuell auch hin zu einem Geräteschuppen und Kompost führt, bietet sich ein befestigter Boden an, der sich gut mit einer Schubkarre befahren lässt. Häufig werden hierfür Pflastersteinen oder Gittersteinen empfohlen, allerdings versiegeln diese den Boden. Wer es naturnah mag, bevorzugt Hackschnitzel Schotter oder Kies, muss diesen jedoch intensiver pflegen.

Die Nebenwege können ebenso mit Schotter oder Kies gestaltet werden, aber auch einfach frei bleiben und aus festgetretener Erde bestehen oder mit Rasen bepflanzt werden. Auch einzelne Trittsteine – beispielsweise flache Natursteine, Waschbetonplatten oder Fliesen können sich hierzu anbieten. Vielleicht hast du vom Hausbau noch Materialreste übrig oder über eine Kleinanzeigenplattform hat jemand in deiner Nähe solche abzugeben. So schonst du deinen Geldbeutel und die Ressourcen.

Mögliche Abgrenzung

Wenn du schon dabei bist, Materialreste zu verwerten – alte Dachziegel sind gut als Beeteinfassung geeignet. Sie werden vorsichtig mit einem Gummihammer in den Boden geklopft. Alternativ bieten sich alte Bohlen oder Vierkanthölzer dafür an. Den Hauptweg von den Beeten abzugrenzen kann sinnvoll sein. Ob eine Abgrenzung rund um das Gemüsebeet herum notwendig und welche am sinnvollsten ist, sollte im Einzelfall betrachtet werden.

Die Wahl der Gemüsesorten

Bevor du wild drauf loslegst mit dem Anpflanzen, solltest du dir einen Pflanzplan erstellen oder einen vorgefertigten Pflanzplan aus dem Internet herunterladen. Es gibt einiges zu beachten, etwa die Fruchtfolge. Und es ist auch gut, vorab zu wissen, welche Pflanzen nebeneinander angebaut werden können und welche von ihnen eventuell Rankhilfen benötigen. Du solltest dir außerdem vorab überlegen, ob du auch im Winter Gemüse anbauen und ernten oder in dieser Zeit lieber eine Pause einlegen willst.

Für den Anfang solltest du pflegeleichte Gemüsesorten auswählen, wie beispielsweise Mangold, Spinat, Salat, Buschbohnen oder Zucchini. Vorgezogene, kleine Pflanzen bekommst du in jeder Gärtnerei – das Sortiment ist jedoch meist recht eingeschränkt. Willst du Gemüse aus Samen selbst ziehen, hast du eine größere Wahl an Sorten und kannst auch außergewöhnliche oder alte Gemüsesorten auswählen.

Rebecca Sommer

Rebecca Sommer hat nach ihrem Studium ein Volontariat bei einer Tageszeitung absolviert und war als Redakteurin und Buchautorin für diverse Verlage und Medien tätig. Heute arbeitet die vierfache Mutter als Geschäftsführerin der nachhaltigen Werbeagentur between und leitet das Projekt Naturkind. Mit ihrer Familie lebt die 34-Jährige in Hamburg.