Bei der Unesco hat das Wattenmeer den gleichen Stellenwert, wie der Grand Canyon. Kein Wunder, dass es bei Naturfreunden so beliebt ist.

Das Weltkulturerbe erstreckt sich über 500 Kilometer, von der niederländischen Insel Texel, entlang der deutschen Nordseeküste bis hin nach Fanø in Dänemark. Die einzigartige Landschaft genießt weltweit den höchsten Schutzstatus, denn das Watt an der Nordseeküste ist zugleich Nationalpark und Biosphärenreservat. Salzwiesen, Strände, Dünen und Muschelbänke bieten Lebensräume für mehr als 10.000 Tier- und Pflanzenarten. Wer unberührte Natur, endlose Weiten und Ruhe sucht, ist an der Nordsee gut aufgehoben. Doch auch für Aktivurlauber und abenteuerlustige Familien hat die Region einiges zu bieten.  

Tierische Begegnungen an der Nordseeküste

Ob Festland oder Hallig – die Urlaubsorte entlang der Nordseeküste sind zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. Idyllische Salzwiesen und kilometerlange Sandstrände laden zu Radtouren und Wanderungen ein. Unterwegs begegnet man Deichschafen, Vögeln und mit etwas Glück sieht man sogar freilebende Kegelrobben. Wer diese freundlichen Wasserbewohner aus der Nähe beobachten will, kann eine der Aufzuchtstationen besuchen, in der verwaiste Heuler und verletzte Tiere aufgepäppelt werden und die vielerorts ihre Türen für Besucher öffnen. 

Ein besonderes Erlebnis für Klein und Groß ist eine geführte Wattwanderung

Mit dem richtigen Schuhwerk und einem ausgebildeten Fachmann an der Seite kann nichts schiefgehen und man kann sich sorglos dem freiliegenden Meeresgrund widmen. Charakteristisch sind die vielen kleinen Wattwurmhaufen, die wie sandige Spaghetti aussehen. Daneben findet man Strandkrabben,Herzmuscheln, Wattschnecken und Nordseegarnelen in dem weichen Untergrund, in den man beim Gehen knöcheltief versinkt. Manchmal hat das Meer die ein oder andere Qualle zurückgelassen, die man sich nun einmal genauer ansehen kann 

Über die Schätze, die im Watt zu finden sind, freuen sich auch zahlreiche Vögel – darunter Fasane, Gänse, Lachmöwen und Austernfischer. Für viele Zugvögel ist das Wattenmeer eine Art „Tankstelle“, an der sie während ihrer langen Reise zu neuen Kräften kommen. Einige Vogelarten brüten im Schilf und in Gebüschstreifen entlang der Nordseeküste und verlassen die Region im Winter wieder. Einer dieser Sommergäste ist der Löffler, der mit seinem eigentümlich löffelförmigen Schnabel ein beliebtes Motiv bei Naturfotografen und Vogelbeobachtern ist. Seinen Schnabel schwenkt der Löffler im flachen Wasser hin und her und erzeugt damit einen Wasserstrom zwischen den abgeflachten Schnabelplatten. Auf diese Weise nimmt er Nahrung, wie kleine Krebse, Kaulquappen, Würmer, Larven und kleine Fische auf.  

Wassersport an der Nordsee

Ist das Wasser mit der Flut zurückgekehrt, bietet es eine Plattform für Wassersportfans. Erfahrene Kite- und Windsurfer zeigen bei den passenden Windverhältnissen, was sie draufhaben und für Anfänger werden Kurse angeboten. Kinder lieben es, am Strand Gräben zu buddeln, die sich wie von Zauberhand mit dem hochstehenden Grundwasser füllen. Vor Wind und Sonne schützen die obligatorischen Strandkörbe, die man für ein paar Euro mieten kann und die zur Nordseekulisse inzwischen dazu gehören.  

An den oftmals kilometerlangen Stränden kann man nicht nur spazieren, entspannen und gigantische Sandburgen bauen – an vielen Stellen ist richtig Action geboten. Kitebuggy fahren und Drachensteigen lassen stehen bei Urlaubern hoch im Kurs. Wer es lieber gediegener mag, kann sich ein Fahrrad, ein Tandem oder ein Tretmobil ausleihen und damit die umliegende Landschaft erkunden. Diese hat botanisch vieles zu bieten. Vor allem die verschiedenen Orchideenarten, darunter das breitblättrige Knabenkraut, sorgen unter Urlaubern für Begeisterung.  Besonders schön ist die Landschaft, wenn im Spätsommer die Heide blüht. Bauwerkliche Highlights sind Leuchttürme und Windmühlen, die auf Urlaubsfotos für Postkartenidylle sorgen.  

Wer seinen Urlaub an der Nordseeküste verbringen will, sollte wind- und wasserfeste Kleidung einpacken. Das Wetter kann recht eigenwillig sein und selbst im Sommer muss man hin und wieder mit einer steifen Brise rechnen. Wer unabhängig von Ferienzeiten reisen kann, sollte dennoch die Nebensaison wählen, um das Naturparadies in Ruhe und abseits von Tourismusströmen genießen zu können. 

 

Informationen und Angebote im Internet: 

www.nordseetourismus.de 

www.nordsee-urlaub.de  

www.nationalpark-wattenmeer.de  

Dieser Artikel stammt aus der Naturkind Magazin Printausgabe Nr. 1.