Nicht bei jedem Menschen wirkt sich der Herbst positiv auf die Stimmung aus. Etwa ein Drittel der Deutschen leidet, Schätzungen zufolge, unter einem sogenannten Herbstblues.

Abgeschlagenheit, Lustlosigkeit, ein großes Schlafbedürfnis oder Schlafstörungen und Heißhunger-Attacken sind mögliche Symptome. Schuld daran ist in erster Linie ein Mangel an Sonnenlicht, dem wir im Herbst ausgesetzt sind. Die Tage werden kürzer, der Himmel ist oftmals von Wolken bedeckt und das ungemütliche Wetter weckt unseren inneren Schweinehund, der uns von Aktivitäten im Freien abhält. In unserem Körper sinkt die Konzentration des Glückshormons Serotonin. Gleichzeitig steigt der Melatonin-Spiegel. Das Schlafhormon macht uns träge und signalisiert uns: Es ist Zeit für Winterschlaf! Da wir Menschen keinen Winterschlaf halten, müssen wir nun aktiv werden und dem Herbstblues entgegenwirken. Mit diesen sieben Tipps kann es gelingen: 

Bewegung

Draußen ist es nass, kalt und ungemütlich? Kein Grund, Trübsal zu blasen! Mit der passenden Kleidung steht einem Herbstspaziergang nichts im Weg. Ausreichend Bewegung ist nun besonders wichtig, um unseren Kreislauf in Schwung zu bringen, ihn mit Sauerstoff zu versorgen und unser Immunsystem zu stärken. Bereits ein 15 Minuten langer Spaziergang pro Tag kann helfen. Auch über ein Sportprogramm freuen sich Körper und Seele jetzt besonders. 

Wechselduschen 

Zugegeben, es kostet zunächst etwas Überwindung. Doch eine Wechseldusche kann gleich mehrere positive Effekte haben: Die kalt-warmen Reize des Wassers verengen und weiten unsere Blutgefäße, was sich positiv auf unser Immunsystem, den Stoffwechsel und Kreislauf, die Wärmeregulierung, das Herz und unsere Laune auswirken kann. Zunächst beginnen wir mit angenehm warmem bis heißem Wasser, unter dem wir etwa drei Minuten lang wie gewohnt duschen. Dann stellen wir die Wassertemperatur auf kühl bis kalt ein und brausen zunächst unser rechtes Bein, beginnend an der Außenseite des Fußes, bis zur Hüfte und vom inneren Oberschenkel bis zur Innenseite des Fußes ab. Es folgen auf die gleiche Weise das linke Bein, der recht und der linke Arm. Wer sich traut, wiederholt das Ganze. Wichtig: Die Wechseldusche wird mit kaltem Wasser abgeschlossen. 

Ernährung 

Der veränderte Hormonspiegel führt nun nicht selten zu Heißhunger-Attacken. Unser Körper verlangt nach kalorienreichen und kohlenhydratreichen Speisen. Zu allem Übel sind die Supermarktregale aktuell voll damit und die ersten Weihnachts-Naschereien führen uns in Versuchung. Doch gerade im Herbst ist eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung von großer Bedeutung. Kleine Sünden sind erlaubt, doch auf dem Speiseplan sollten nun vor allem saisonales Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkorn und in Maßen Obst und Trockenfrüchte stehen. 

Farben

Gelb-, Orange-, und Rottöne heitern unsere Stimmung auf. Zu Herbstbeginn schenkt uns die Natur diese wundervollen Farben. Doch schon nach wenigen Wochen sind die letzten Blätter von den Bäumen gefallen und hinterlassen kahle Äste. Nun ist es wichtig, dass wir uns selbst in farbenfrohe Kleider hüllen, bunte Kissen, Vorhänge und Deko in unsere Wohnung einziehen lassen. Wie wäre es mit einem neuen Anstrich oder der Anmeldung in einem Malkurs? Je bunter wir unsere Umgebung gestalten, desto fröhlicher fühlen wir uns. 

Herbstfarben

Düfte 

Düfte können sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirken. Im Herbst freuen sich viele Menschen über erste weihnachtliche Düfte, wie Zimt, Nelken und Orangen. Andere wünschen sich den Sommer zurück und erinnern sich mit belebendem Zitronenduft, Kokos oder Flieder an die warme Jahreszeit und schöne Urlaubserlebnisse. Ob als Tee, Badezusatz, Creme oder ätherisches Öl – mit gezielt eingesetzten Düften können wir uns etwas Gutes tun. 

Musik 

Wenn wir uns in einem Stimmungstief befinden, neigen wir dazu, melancholische Musiktitel auszuwählen und unsere Laune damit noch weiter in den Keller zu ziehen. Um dem Herbstblues entgegenzuwirken, sollten wir rechtzeitig eine Playlist mit fröhlichen Gute-Laune-Hits anlegen. Bemerken wir, dass unsere Laune schlechter wird, drehen wir die Musik auf, singen mit oder tanzen durch die Wohnung. Mehrere Studien konnten belegen, dass Musik Stress reduzieren kann. Die richtigen Titel sorgen dafür, dass die Hirnanhangdrüse das Wachstumshormon HGH ausschüttet, wodurch die Stresshormone Cortisol und Adrenalin reduziert werden können 

Kontakte

Im Herbst sind die meisten Menschen weniger gesellig und ziehen sich gerne in die eigenen vier Wände zurück. Nichts spricht gegen eine gelegentliche Auszeit mit einem guten Buch oder einem lustigen Film. Um einem Herbstblues entgegenzuwirken, sollten wir uns jedoch regelmäßig mit Freunden und Familie treffen. Reden, lachen, tanzen, gemeinsame Spieleabende, essen oder ins Kino gehen – soziale Kontakte sind ein wirksames Mittel im Kampf gegen ein Stimmungstief.  

 

Dauert das Stimmungstief länger als zwei Wochen an und verschaffen die beschriebenen Tipps keine Besserung, sollten ein Arzt / eine Ärztin oder Therapeut / eine Therapeutin aufgesucht und eine Depression ausgeschlossen werden. Ein Fachmann / eine Fachfrau kann außerdem mit einer Lichttherapie oder homöopathischen Mitteln helfen.