Baby Stillen Tipps Hebamme
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Mit diesen Hebammen-Tipps klappt das Stillen von Anfang an

So selbstverständlich und natürlich Stillen sein mag, so kompliziert kann es manchen Müttern zu Beginn erscheinen. Ohne die richtigen Tipps geben viele von ihnen schnell wieder auf. Das muss nicht sein.

Eigentlich ist diese Sache mit dem Stillen doch ganz einfach: Brust raus, Kind dran, fertig. Die Realität sieht etwas anders aus. Viele Mütter haben einen eher holprigen Start in die Stillzeit und brauchen dabei Hilfe. Diese kann beispielsweise durch eine erfahrene Hebamme kommen (eine Hebamme in deiner Nähe findest du beispielsweise hier). Was viele Mütter gar nicht wissen: Die Hebammenhilfe wird in Deutschland in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, bis das Kind neun Monate alt ist. Zu einem Milchstau oder anderen Problemen kann es auch Wochen oder Monate nach der Geburt kommen und damit wird keine Mutter allein gelassen. Neben Hebammen gibt es (ehrenamtliche) Stillberater:innen, die von Anfang an beraten und Stillgruppen, in denen sich Mütter untereinander austauschen können (entsprechende Angebote in deiner Nähe findest du beispielsweise hier).

Tipp 1: Sei ehrlich zu dir selbst

Bevor du dich in eine Stillbeziehung mit deinem Kind begibst, solltest du tief in dich hineinhorchen. Wills du wirklich stillen? Wenn ja, was ist deine Motivation? Wenn du dein Kind nur deshalb stillen willst, weil es in unserer Gesellschaft von einer „guten Mutter“ erwartet wird, du dich mit der Vorstellung aber eigentlich unwohl fühlst, solltest du es lieber bleiben lassen. Denn dann bedeutet der Versuch für ich Stress und diesen kannst du nach der Geburt wirklich nicht gebrauchen. Es gibt viele Gründe, warum sich Frauen gegen das Stillen entscheiden. Diese gehen a) niemanden etwas an und machen b) keine Frau zu einer schlechteren Mutter! Auch wenn Muttermilch in der Regel die gesündeste Anfangsnahrung für ein Kind ist, ist sie nicht alternativlos.

Tipp 2: Bereite dich auf die Stillzeit vor

Du möchtest dein Kind stillen und freust dich auf diese besondere Zeit? Dann kannst du dich schon während der Schwangerschaft darauf vorbereiten. Wir reden hier aber nicht von merkwürdigen Aktionen wie dem „Abhärten“ der Brustwarzen durch Massagen mit einer Zahnbürste oder einem Peelinghandschuh – das ist wirklich unnötig. Mit Vorbereitung ist vor allem gemeint, dass du dir praktische und bequeme Stillkleidung für den Tag und die Nacht und Still-BHs (zwei Körbchengrößen größer als gewohnt) besorgst und Utensilien wie Stilleinlagen, Kompressen und Wollfett (Lanolin) im Haus hast. Hilfreich können auch Stillkissen sein und einige „Spucktücher“ (also Mullwindeln). Vielleicht magst du auch einen leckeren Stilltee trinken oder deine Hebamme rät dir, Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Es ist gut, wenn du all das nach der Geburt schon bereit hast und nicht erst besorgen musst. Auch die Telefonnummern von Hebamme oder Stillberater:in solltest du dann parat haben und die Anmeldung in einer Stillgruppe kann schon während der Schwangerschaft notwendig sein.

Tipp 3: Denk an dich

Wie, jetzt? Dreht sich beim Stillen nicht alles um das Kind? Nein. Du kannst nur gut für dein Kind sorgen, wenn du auch gut für dich sorgst. Also such dir – vor allem zu Beginn der Stillzeit – einen gemütlichen Ort. Stell dir alles in greifbare Nähe, was du während des Stillens haben möchtest. Das kann neben einem Spucktuch und frischen Stilleinlagen auch ein Glas Wasser und ein kleiner Snack sein, ein Buch oder eine Zeitschrift, dein Smartphone oder die Fernseh-Fernbedienung. Mach es dir so bequem wie möglich. Nimm dir Kissen zur Hilfe und polstere dich so, dass du ganz entspannt sitzt oder liegst und dein Kind stabil gestützt wird. Eine verkrampfte Körperhaltung kann bei dir zu Verspannungen und in Folge dessen zu Kopfschmerzen führen und wenn sich dein Kind unsicher fühlt, wird es nicht ordentlich „andocken“.

Wenn du bereits routiniert bist im Stillen, solltest du weiterhin auch an dich denken – ausreichend trinken, dich ausgewogen ernähren, an regelmäßige Entspannungspausen denken und unterwegs praktische Helferlein dabei haben. Energiereiche Snacks und eine kleine Wasserflasche, Stilleinlagen zum Wechseln, ein Wetbag (für gebrauchte Stilleinlagen und vollgespuckte Kleidung) und neben Wechselkleidung für dein Kind auch ein Wechselshirt für dich sollten in der Wickeltasche nie fehlen. Wenn du in der Öffentlichkeit lieber unauffällig stillen willst, können zudem große Tücher oder Still-Cover eine gute Anschaffung sein.

Tipp 4: Probier verschiedene Positionen aus

Viele Mütter finden mit der Zeit ihre Lieblingsposition beim Stillen. Es kann aber sinnvoll sein, verschiedene Positionen auszuprobieren. So kannst du zum einen flexibel reagieren, wenn sich die äußeren Gegebenheiten ändern und du dadurch „gezwungen“ bist, in einer anderen Position zu stillen. Zum anderen kann der Wechsel der Position aber auch dabei helfen, die Brust komplett zu entleeren. Frauen, die einen (angehenden) Milchstau haben, erfahren oft schon durch einen Positionswechsel Linderung.

Tipp 5: Setz dich nicht unter Druck

Aller Anfang ist schwer – das kann auch auf das Stillen zutreffen. Setz dich und dein Kind nicht unter Druck, sondern lass dir Zeit. Viele Frauen haben die Befürchtung, nicht ausreichend Milch zu haben. In den meisten Fällen ist diese Befürchtung unbegründet. Wenn dein Kind anfangs sehr häufig (wir reden hier von bis zu 20 mal in 24 Stunden) angelegt werden will, ist das in der Regel kein Zeichen dafür, dass es nicht satt wird. Das häufige Anlegen soll die Milchproduktion anregen und ist deshalb ganz natürlich. Zudem solltest du bedenken, wie winzig der Magen eines Neugeborenen ist: er fasst in den ersten Tagen gerade einmal 5-7 ml. Zum Vergleich: Auf einen Esslöffel passen 10 ml. Und auch wenn du dich zu Beginn von einer Hürde zur nächsten kämpfst, wunde Brustwarzen oder sogar einen Milchstau hast – es lohnt sich „durchzuhalten“. Denn wenn du und dein Kind erst einmal ein eingespieltes Kind seid, werdet ihr Monate oder sogar Jahre eine ganz besondere Beziehung zueinander haben.

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