In der kalten Jahreszeit häufen sich Erkältungskrankheiten. Besonders kleine Kinder, deren Immunsystem noch nicht stark genug ist, um sich gegen alle Erreger zur Wehr zu setzen, leiden jetzt an Schnupfen, Husten und Ohrenschmerzen. Bei einem leichten Verlauf können oftmals einfache Hausmittel und eine Extraportion Liebe helfen.

Mehr als 30 verschiedene Virenarten können Erkältungssymptome auslösen. Im Laufe des Lebens lernt unser Immunsystem, sich gegen diese Erreger zu verteidigen. Dem noch unausgereiften kindlichen Immunsystem gelingt dies nicht immer, weshalb bis zu zehn Erkältungen pro Jahr bei Kindern bis zum Grundschulalter nicht ungewöhnlich sind. Für das Immunsystem eine Art Trainingslager – mit jeder Erkältung wird es stärker. Schön ist es trotzdem nicht, wenn die Nase läuft, der Hals kratzt und die Ohren schmerzen. Gut, wenn eine Bezugsperson nun Zeit für den kleinen Patienten hat, ihm Aufmerksamkeit und Kuscheleinheiten schenkt, aus einem Buch vorliest oder etwas vorsingt und die Symptome mit dem einen oder anderen Hausmittel lindert. 

Ab ins Bett…

Bei Erkältungskrankheiten sollte in erster Linie Ruhe auf dem Tagesplan stehen, daneben sollten Kinder jetzt besonders viel trinken und eher leichte Speisen zu sich nehmen. Säuglinge unter sechs Monaten sollten weiterhin mit Muttermilch (oder dem gewohnten Muttermilchersatz) gefüttert werden. Wenn der Arzt nichts anderes empfiehlt, ist der Flüssigkeitsbedarf dadurch in der Regel gedeckt. Größere Kinder, die nicht gerne trinken, sind vielleicht für selbstgemachtes Wassereis (aus ungesüßtem Tee oder verdünnten Fruchtsäften ) zu begeistern.

Inhalieren für eine freie Nase

Gegen Schnupfen und eine verstopfte Nase kann es helfen, regelmäßig mit einer Kochsalzlösung zu inhalieren. Durch die warmen Dämpfe kann der Schleim in Nase und Nasennebenhöhlen gelöst werden. Für kleine Kinder sollte ein Dampf-Inhalator aus der Apotheke besorgt werden. Die Methode aus Großmutters Trickkiste – bei der man den Kopf über eine Schüssel mit heißem Wasser hält und ein Handtuch darüberlegt – ist durch das hohe Verbrühungsrisiko nicht geeignet. Ebenso sollte man bei kleinen Kindern auf Zusätze und ätherische Öle verzichten. Ist das Kind überhaupt nicht für eine Inhalation zu begeistern, kann man sich gemeinsam in das Badezimmer zurückziehen (vielleicht ein paar Bücher oder ein Hörspiel mitnehmen) und dort den Heißwasserhahn der Dusche oder Badewanne für etwa 15 Minuten aufdrehen, sodass im Raum viel Dampf entsteht. Das Wasser sollte aufgefangen werden und kann nach dem Abkühlen zum Blumengießen oder Putzen verwendet werden, damit es nicht verschwendet wird. Für Babys eignet sich alternativ eine Ballonspritze zur Reinigung der Nase.

Gurgeln gegen Halsschmerzen

Kinder ab fünf Jahren können bei Halsschmerzen mit Salbei- oder Kamillentee gurgeln, wenn sie darin etwas geübter sind und die Flüssigkeit nicht versehentlich herunterschlucken, auch mit Salzwasser. Zwei bis dreimal am Tag gurgeln kann helfen, Krankheitserreger zu verringern. Kleineren Kindern, die noch nicht gurgeln können, kann man Salbei- oder Kamillentee zum Trinken anbieten.

Honig gegen nächtlichen Husten

Für Babys verboten, für Kinder ab einem Jahr empfohlen, ist Honig gegen nächtliches Husten. Kinder bis fünf Jahre dürfen am Abend einen halben, größere Kinder einen ganzen Teelöffel Honig naschen. Eine Studie des Pennsylvania State University’s College of Medicine, an der 105 Kindern im Alter von zwei bis 18 Jahren teilgenommen haben, kommt zu dem Schluss, dass dieses Hausmittel sogar wirksamer sein kann, als herkömmlicher Hustensaft. Der Honig kann auch in warmem Wasser aufgelöst und mit etwas Zitronensaft vermischt oder in warmer Milch getrunken werden. Dass Milch „schleimt“ und bei Husten gemieden werden soll, ist ein Ammenmärchen.

Kartoffelwickel bei trockenem Husten

Bei trockenem Husten oder Bronchitis kann ein Kartoffelwickel die Beschwerden lindern. Hierfür zwei bis drei mittelgroße Kartoffeln mit Schale weichkochen, auf ein Leinen- oder Baumwolltuch legen und mit einer Gabel zerdrücken. Die Seiten des Tuchs einschlagen und die Enden verknoten, sodass ein geschlossenes Säckchen entsteht. Wenn das Päckchen abgekühlt ist und keine Verbrennungsgefahr mehr besteht, auf die nackte Brust des kleinen Patienten legen und mit einem Handtuch bedecken. Entfernen, sobald es abgekühlt ist.

Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen

Ohrenschmerzen sind für Kinder oft besonders unangenehm, treten während einer Erkältung aber leider häufig auf. Eine Erste-Hilfe-Maßnahme können Zwiebelsäckchen sein. Hierfür Zwiebeln klein hacken und erhitzen, in zwei Stofftaschentücher füllen, diese zuknoten, auf die Ohren legen und mit einem Schal befestigen.

Wadenwickel gegen Fieber

Der Klassiker, den die meisten aus ihrer eigenen Kindheit kennen, hat sich bis heute bewährt: Wadenwickel können die Körpertemperatur von Kindern ab 18 Monaten senken und gegen hohes Fieber helfen. Bei leicht erhöhter Temperatur sollte man das Kind beobachten und vorerst keine Wickel anlegen und auch bei Schüttelfrost oder wenn sich die Beine kalt anfühlen, sind Wadenwickel tabu. Für die Wickel sollten Tücher aus Naturfasern, wie Leinen verwendet werden, da synthetische Materialien meist weniger feuchtigkeits- und luftdurchlässig sind. Die Tücher werden in handwarmem Wasser (28 bis 32 Grad Celsius) nass gemacht und ausgewrungen, um die Waden der Kinder gewickelt, sodass sie faltenfrei anliegen und von einem trockenen Tuch, etwa aus Wolle, bedeckt. Bei kleinen Kindern sollten die Wickeln nach zehn Minuten wieder entfernt werden, da die Gefahr der Unterkühlung zu groß ist. Bei größeren Kindern können die Wickel gewechselt werden, sobald sie körperwarm sind. 

Hühnersuppe für ein starkes Immunsystem

Ein seit Generationen bewährtes Hausmittel, nämlich die Hühnersuppe, hat laut einer Untersuchung des Medical Centers der US-Universität Nebraska, durchaus seine Daseinsberechtigung am Krankenbett und ist für Kinder ab sechs Monaten geeignet. Die Forscher fanden heraus, dass durch den enthaltenen Eiweißstoff Cystein Zellen gestärkt, Entzündungen gemindert und Viren abgewehrt werden können. Das im Hühnerfleisch enthaltene Zink bekämpfe außerdem Erreger und stärke das Immunsystem. Die warmen Dämpfe der Suppe könnten die Nasenschleimhaut befeuchten und die Atemwege befreien. Also: Auf die Löffel, fertig, los.

Wenn folgende Symptome auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden:

  • hohes Fieber
  • Atemprobleme
  • Starke (Kopf-)Schmerzen
  • Steifer Nacken
  • Hautausschlag

Auch wenn das Kind ungewöhnlich teilnahmslos wirkt oder du verunsichert bist, solltest du dir ärztlichen Rat einholen.

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