Silvester: Kein Spaß für Tiere! Was du tun kannst

Feuerwerk Tiere
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Obgleich laut einer Verbraucherumfrage die Mehrheit der Bevölkerung für ein Feuerwerksverbot ist, dürfte es in der Nacht des Jahreswechsels wieder laut werden: Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause hat die Bundesregierung für dieses Jahr noch kein Feuerwerkskörper-Verbot erlassen. Und so werden zu Silvester wieder zahlreiche Hunde, Katzen und andere Kleintiere sowie Wildtiere und Tiere in der Landwirtschaft unter Krach, zuckenden Lichtblitzen und Rauch leiden.

Die globale Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN appelliert daher an alle Menschen, auf Feuerwerk zu verzichten und gibt Tipps, was Tierhalter:innen tun können, damit Heimtiere den Jahreswechsel ohne Angst überstehen.

„Das Beste, was man für alle Tiere und die Umwelt tun kann, ist konsequent auf Feuerwerk zu verzichten. Sollte es jedoch kein explizites Verbot geben, ist damit zu rechnen, dass es dieses Jahr besonders laut wird.“

Karina Omelyanovskaya, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN

Hund und Katze sensibilisieren

Bleibt der Verkauf von Böllern und Raketen erlaubt, wird üblicherweise schon vor dem 31. Dezember geknallt. Um den Hund oder die Katze auf laute Raketen und das Knallen von Böllern vorzubereiten, kann man schon Tage vor dem Jahreswechsel immer mal wieder Feuerwerk-Videos – oder Geräusche abspielen und die Tiere so langsam an den Krach gewöhnen. „Bei besonders geräuschempfindlichen Tieren sollte man möglichst schon Wochen vor Silvester mit einer zaghaften Beschallung beginnen und diese dann langsam steigern. So kann sich mit Glück über die Zeit eine Art Gewöhnungseffekt einstellen“, sagt Karina Omelyanovskaya.

Ablenkung und Auslastung

Am Silvestertag sollten Hundehalter:innen die Gassirunde möglichst in unbewohnten Gegenden durchführen. „Am besten spaziert man schon vor Sonnenuntergang los, denn die ersten Kracher und Raketen werden häufig bereits bei Eintritt der Dunkelheit gezündet“, so die VIER PFOTEN Expertin. „Ein müder Hund reagiert weniger gestresst. Deswegen sollte man unbedingt auch immer wieder kleine Spieleinheiten in den Spaziergang einbauen. Toll ist auch, wenn sich der Hund mit Artgenossen austoben kann.“

Achtung: Auch wenn der eigene Hund nicht sehr schreckhaft ist, sollte er unbedingt angeleint werden. „Selbst ein entspannter Hund kann sich bei einem grellen Lichtblitz oder einem lauten Knall erschrecken und panisch davonlaufen – schlimmstenfalls vor ein Auto. Deswegen sollte man kein unnötiges Risiko eingehen und seinen Vierbeiner anleinen. Der Hund sollte außerdem eine Plakette mit den Kontaktdaten der Halterin oder des Halters oder eines Heimtierregisters tragen und spätestens jetzt gechippt sein. Sollte es dem Tier gelingen, trotz Leine wegzulaufen, kann der Mikrochip dabei helfen, den Hund wieder seiner Halterin oder seinem Halter zuzuführen“, so Karina Omelyanovskaya.

Wieder zu Hause, kann man den Hund am Abend mit Kauspielzeug beschäftigen. Fernseher oder Radio sorgen für Hintergrundgeräusche und lenken ein wenig ab. „Damit die Katze oder der Hund nicht von den zuckenden Blitzen und Explosionen aufgeschreckt wird, sollte man die Fenster gut verschließen, die Gardinen zuziehen oder die Rollos runterlassen“, empfiehlt die VIER PFOTEN Expertin.

Tiere ins Haus holen

Nicht nur Hunde, auch Freigängerkatzen sollten zum Jahreswechsel besser im Haus bleiben. Gerade um Mitternacht kommen die Böllergeräusche und Explosionen häufig aus allen Richtungen. „Katzen und Hunde könnten vor ein fahrendes Auto, einen Bus oder einen Zug laufen. Deshalb sollte man auf Nummer sicher gehen und selbst Freigänger in der Silvesternacht im Haus lassen“, so die Expertin.

Kein Partyspaß für Tiere

Viele Menschen wollen den Jahreswechsel mit ihren Liebsten verbringen – und dazu zählt für viele auch das eigene Tier. VIER PFOTEN appelliert jedoch, seinen Hund nicht mit auf eine öffentliche Silvesterveranstaltung zu nehmen. „Menschenmassen, dichtes Gedränge und minutenlanges Feuerwerk sind keine geeignete Umgebung für einen Hund. Damit tut man seinem Tier keinen Gefallen“, warnt Karina Omelyanovskaya.

Kleintiere nicht vergessen

Nicht nur Hunde und Katzen, auch Kleinsäuger wie Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster können mit Herzklopfen und Angst auf Feuerwerk reagieren. VIER PFOTEN Expertin Omelyanovskaya bittet darum, auch die Tiere, die draußen gehalten werden, vor Lärm und Blitzlichtern zu schützen: „Kaninchen sind Fluchttiere. Die Silvesternacht ist für sie häufig eine Tortur.“

VIER PFOTEN und Bündnispartner für ein Feuerwerksverbot

Um einen stressfreien Jahreswechsel für alle Tiere zu garantieren, fordert das Aktionsbündnis der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit der globalen Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN sowie dem Deutschen Tierschutzbüro, PETA Deutschland, TASSO, dem Jane Goodall Institut Deutschland, dem Deutschen Tierschutzbund und dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes ein privates Böllerverbot für Silvester. Die Mitglieder des Aktionsbündnisses rufen in einem offenen Brief Bundesinnenministerin Nancy Faeser auf, ein entsprechendes Verbot umzusetzen.

VIER PFOTEN

VIER PFOTEN ist die weltweite Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichen Einfluss, die Leiden aufdeckt, Tiere in Not rettet und sie schützt. Gegründet 1988 in Wien von Heli Dungler und Freund:innen, setzt sich die Organisation für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Empathie und Verständnis begegnen.