Die Nachfrage nach Hausgeburten steigt aktuell. Wie du dich auf eine Hausgeburt vorbereiten kannst, erklären wir dir im Artikel Vorbereitungen auf eine Hausgeburt“. Nun fragst du dich aber vielleicht auch, wie viel eine Hausgeburt in Deutschland kostet. Darüber klären wir im Folgenden auf…

Bei einer Geburt zu Hause entstehen Kosten, welche die jungen Eltern selbst tragen müssen. Zwar bezuschusst die gesetzliche Krankenkasse in der Regel auch eine Hausgeburt, doch es gibt einige Kostenpunkte, die sie nicht oder nicht vollständig übernimmt.

Damit sollten werdende Eltern rechnen

Damit das eigene Zuhause als Geburtsort geeignet ist, sollte man zuvor einige Anschaffungen machen (Liste hier…). Für das Nötigste, wie Plastikplanen, Einlagen und Co. sollte man etwa 100 bis 150 Euro einkalkulieren. Je nach eigenem Wunsch, Geschmack und Qualitätsanspruch fallen die Kosten für Anschaffungen höher aus – etwa, wenn man sich für die Wohlfühlatmosphäre besondere Kerzen, Öle, Decken oder ähnliches kaufen möchte.

Auch die mehrwöchige Rufbereitschaft der Hebamme ist ein weiterer Kostenpunkt. Dieser wird von den meisten Krankenkassen mit bis zu 250 Euro (selten 300 Euro) bezuschusst.  Der Eigenanteil ist unterschiedlich hoch und kann von der Hebamme selbst festgelegt werden. Er beträgt zwischen 500 und 1000 Euro – je nach Region und Nachfrage. Für gewöhnlich muss dieser Betrag bis spätestens drei Wochen vor ET an die Hebamme überwiesen werden. Sollte die werdende Mutter während der Hausgeburt in ein Krankenhaus verlegt werden müssen, erhalten die Eltern dieses Geld übrigens nicht zurück. Dafür können die Kosten für die Hebammenrufbereitschaft aber bei der Einkommenssteuererklärung als “außergewöhnliche Belastung” abgesetzt werden (§33, EStG). Wer in einen Geburtspool entbinden möchte, muss hierfür etwa 200 Euro Mietgebühren einkalkulieren (Wasserverbrauch nicht mitgerechnet).

Kosten ansparen

Insgesamt sollte man also mit etwa 1000 bis 1500 Euro rechnen und diese entweder früh genug ansparen oder sich statt Babykleidung und Spielsachen zur Geburt von Familie und Freunden Geld wünschen. Vielleicht kann auch auf die eine oder andere Anschaffung fürs Baby – etwa einen teuren, neuen Kinderwagen – verzichtet werden. Dann reicht das Budget für die Hausgeburt aus.

Zusätzliche Kosten für Fotografin oder Doula

Rund um die (Haus-)Geburt gibt es Dienstleisterinnen, die das Erlebnis für die Gebärende noch angenehmer machen wollen – etwa eine Doula, oder für schöne Erinnerungen sorgen wollen – etwa eine Geburtsfotografin. Diese gestalten ihre Preise selbst. Da eine Hausgeburt nicht auf den Tag genau planbar ist, müssen sich auch eine Doula oder Fotografin ggf. wochenlang bereit halten und können in dieser Zeit beispielsweise nicht in den Urlaub fahren und keinen Alkohol trinken. Schließlich könnte jeden Moment der Anruf kommen, dass die Geburt losgeht und sie sich auf den Weg machen müssen. Beachte diesen Fakt, wenn du Angebote erhältst und dir die Preise zunächst hoch erscheinen. Eine Doula berechnet etwa 800 bis 1200 Euro für eine Geburtsbegleitung. Eine Geburtsreportage durch eine Fotografin kostet etwa 1000 bis 1500 Euro (oder mehr).

Beachte: Damit die gesetzliche Krankenkasse eine Hausgeburt bezuschusst, muss zuvor ein Gynäkologe bescheinigt haben, dass aus medizinischer Sicht nichts gegen eine Hausgeburt spricht. Kannst du diesen Nachweis nicht erbringen, kann es passieren, dass deine gesetzliche Krankenkasse eine Kostenübernahme ablehnt und du auch keine Hebamme findest, die dich begleitet.