Veganuar / Veganuary Deutschland
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Veganuar 2022: Versuchs mal einen Monat ohne tierische Produkte

Du hast noch keinen Vorsatz fürs neue Jahr? Wie wäre es mit diesem: Du verzichtest den kompletten Januar auf tierische Produkte. Beim Veganuar kann vom Ungeborenen bis zur Urgroßmutter jede:r mitmachen – vielleicht wird das in deiner Familie zum ersten Gemeinschaftsprojekt 2022.

Vegane Ernährung bedeutet Verzicht und Vielfalt zugleich. Verzicht auf alle tierischen Produkte – sprich Fleisch, Fisch, Milch, Eier und Honig. Vielfalt, weil man abgesehen von tierischen Produkten alles essen darf und auf der Suche nach pflanzlichen Eiweiß- und Nährstoffquellen neue Lebensmittel und Gerichte entdeckt. Vielleicht landen einige davon auch nach dem Veganuar weiterhin regelmäßig auf dem Teller und bereichern die Familienküche nachhaltig.

So funktioniert der Veganuar

Der Veganuar, im englischen Original Veganuary, ist eine weltweite Kampagne der gleichnamigen gemeinnützigen Organisation. Während der Kampagne 2021 hat Veganuary mehr als eine halbe Million Menschen in über 200 Ländern und Regionen offiziell dabei unterstützt, im Januar eine rein pflanzliche Ernährung auszuprobieren. Neben diesen auf der Website registrierten Teilnehmenden fühlen sich – laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Kantar – bis zu zehnmal mehr Menschen vom Veganuary inspiriert.

Der Schutz unseres Planeten und seines Klimas findet auch auf unseren Tellern statt. Veganuary bietet einen einfachen Einstieg in die klimafreundliche, denn pflanzliche Ernährung.

Dr. Katharina Weiss-Tuider
(Leitung Veganuary Deutschland)

Interessierte registrieren sich einfach und kostenlos unter veganuary.com/mitmachen. Im Aktionszeitraum, über die 31 Tage im Januar, begleitet Veganuary alle Teilnehmenden mit einem täglichen Newsletter:

• Praktische Unterstützung: Wie komme ich vegan durch den Tag?
• Aktuelle News zu den Themen Ernährung, Gesundheit, Klima- und Tierschutz.
• Rezepte und Tipps, wie Lieblingsgerichte auch vegan schmecken.
• Neue und innovative Produkte aus der veganen Welt.

Außerdem erhalten alle Teilnehmenden das Veganuary-Promi-Kochbuch kostenlos zum digitalen Herunterladen. Wer möchte, kann sich auch einen eigenen Aktionszeitraum definieren – der Start zum Veganuary kann flexibel festgelegt werden und muss nicht zwingend im Januar sein.

Ist vegane Ernährung für alle geeignet?

Sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, können sich Menschen grundsätzlich vegan ernähren. Auch wenn der Mensch von Natur aus ein Mischköstler ist, sind tierische Produkte für sein Überleben (heutzutage in der westlichen Welt) nicht notwendig. Selbst Schwangere und Stillende, Babys sowie Alte sind nicht grundsätzlich von der veganen Ernährung ausgeschlossen. Weil diese Gruppen jedoch besondere Bedarfe an Nährstoffen haben, sollte bei ihnen akribisch auf eine ausreichende Zufuhr geachtet werden. Gleiches gilt für Menschen, die körperlich hart arbeiten oder viel Sport treiben. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, eine Ernährungsumstellung oder langfristige vegane Ernährung ärztlich begleiten zu lassen. Durch regelmäßige Blutuntersuchungen kann ein (drohender) Nährstoffmangel erkannt und frühzeitig behandelt werden. Eine vegane Ernährung geht nicht automatisch mit einem Nährstoffmangel einher, wenn Lebensmittel bewusst ausgewählt und zusammengestellt werden. Dies erfordert jedoch einiges an Hintergrundwissen und Erfahrungen, die man mit der Zeit sammelt. Ein:e Ernährungsberater:in kann zu Beginn unterstützen, es gibt zudem gute Rezeptbücher mit beispielhaften Tagesplänen. Der Veganuar ist eine tolle Möglichkeit, vor einer solch lebensverändernden langfristigen Entscheidung erst einmal auszuprobieren, ob vegane Ernährung etwas für dich (und deine Familie) ist.

Warum überhaupt vegan ernähren?

Die Gründe, warum sich Menschen vegan ernähren, sind vielfältig. Die meisten geben an, aus ethischen Gründen vegan zu leben. Sie wollen die Ausbeutung von Tieren nicht verantworten. Neben Lebensmitteln schließen sie deshalb tierische Produkte in allen anderen Lebenslagen ebenso aus – beispielsweise solche, die aus Materialien wie Fell, Leder, Daunen, tierischer Wolle oder Bienenwachs bestehen.

Ein weiterer Grund, der oft genannt wird, sind die Schwerpunkte Umwelt- und Klimaschutz. Durch die Haltung von Nutztieren werden etwa sehr viel Energie und Wasser verbraucht, es werden Wälder gerodet – um auf den Flächen Äcker für den Anbau von Tiernahrung nutzen zu können, das Grundwasser wird durch tierische Exkremente verunreinigt und durch den Transport der Tiernahrung oder der tierischen Produkte selbst, vergrößert sich der ökologische Fußabdruck noch einmal.

Darüber hinaus gilt eine ausgewogene und vielseitige vegane Ernährung nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen als gesund. Veganer haben in der Regel ein geringeres Risiko als Fleischesser oder Vegetarier, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Probleme zu bekommen.

Rebecca Sommer

Rebecca Sommer hat nach ihrem Studium ein Volontariat bei einer Tageszeitung absolviert und war als Redakteurin und Buchautorin für diverse Verlage und Medien tätig. Heute arbeitet die vierfache Mutter als Geschäftsführerin der nachhaltigen Werbeagentur between und leitet das Projekt Naturkind. Mit ihrer Familie lebt die 34-Jährige in Hamburg.