Während der Schwangerschaft verändert sich mit dem Körper der werdenden Mutter auch ihr Kleiderschrank. Viele Lieblingsteile passen nun nicht mehr und werden für die nächsten Monate eingemottet. Nun stellen sich viele die Frage: Geht Umstandsmode auch nachhaltig? Wir sagen JA!

Wann der Babybauch für Außenstehende sichtbar ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist nicht pauschal vorherzusagen. Bei einigen Frauen zwickt der Hosenbund (meist aufgrund hormonell bedingter Blähungen) schon vor der 12. Schwangerschaftswoche, andere bekommen ihre Lieblingsjeans in der 20. Schwangerschaftswoche noch bequem zu. Doch nicht nur der Bauch verändert sich während der Schwangerschaft. Die meisten Frauen nehmen am ganzen Körper zu und das ist von Mutter Natur auch so gewollt. Fettreserven sollen Energie für die bevorstehende Geburt und Stillzeit liefern. Durch eingelagertes Wasser im Gewebe soll der Körper einen möglichen Blutverlust während der Geburt schnell ausgleichen können.

Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

Je nach Ausgangsgewicht der Schwangeren bewerten Hebammen und Gynäkolog:innen eine Gewichtszunahme von fünf bis 18 Kilogramm als der Norm entsprechend. War die werdende Mutter vor Beginn der Schwangerschaft besonders schlank, können es auch ein paar Kilogramm mehr sein. Ein Teil des Gewichts geht direkt bei der Geburt und im ersten Lebensjahr des Babys wieder verloren. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, viel Bewegung an der frischen Luft und leichte Sportübungen lassen die Pfunde purzeln. Auch der Kalorienmehrbedarf während der Stillzeit kann beim Abnehmen unterstützen. Von Radikaldiäten und anstrengenden Sportübungen kurz nach der Geburt raten Expert:innen hingegen ab. Ebenso vom strengen Kalorienzählen während der Schwangerschaft. Zwar sollten sich werdende Mütter nicht allen Gelüsten hemmungslos hingeben, doch hier und da eine süße Sünde ist erlaubt und darf ohne schlechtes Gewissen genossen werden. (Siehe auch den Beitrag “Ernährung während der Schwangerschaft”.)

Alltagskleidung umfunktionieren

Nachhaltiger und günstiger als gebrauchte oder neue Kleidung zu kaufen ist es, bereits vorhandene Kleidung weiterhin zu tragen. Weite, lange Kleider, Röcke und Oberteile passen sich der neuen Körperform oft problemlos an – Röcke können statt unter dem Bauch auch einfach darüber getragen werden, sodass der Bund unter der Brust sitzt. Die aktuellen Modetrends spielen Schwangeren in die Karten, denn Maxikleider und -röcke, Longblusen, Oversize-T-Shirts und -Pullover hat fast Jede im Kleiderschrank.

Und wer in seinem eigenen Kleiderschrank keine passenden Teile findet, darf sich bestimmt aus dem Kleiderschrank des werdenden Vaters bedienen. Da werden Hemden zu Blusen umfunktioniert und auch die T-Shirts und Pullover aus der Herrenabteilung reichen oft über den wachsenden Babybauch. Damit die Stücke nicht Sack artig aussehen, kann man eine dekorative Kordel oder einen dünnen Gürtel oberhalb des Babybauchs (unterhalb der Brust) anlegen und den Bauch dadurch bewusst betonen.

Bei Hosen sieht das anders aus. Zwar kann man solche mit High Waist Schnitt, wie sie gerade im Trend sind, in der Schwangerschaft etwas länger tragen, doch auch diese gehen irgendwann nicht mehr zu und die Hosen des werdenden Vaters sind meist zu lang. Ein alt bewährter Trick, mit dem man einige Zentimeter gewinnen kann, funktioniert so: Ein großes Haushaltsgummi (oder dünnes Haargummi) durch das Knopfloch fädeln, sodass zwei Schlaufen parallel zueinander liegen. Die eine durch die andere stecken und herausziehen – nun hält das Gummi fest und es ist nur noch eine Schlaufe zu sehen, in welche der Knopf gesteckt wird.

Nach einigen Wochen hilft aber auch dieser Trick nicht mehr. Dann können weite Leggings mit lockeren Bündchen oder Strumpfhosen eine Alternative sein, die sich zu Kleidern, Röcken oder langen Oberteilen gut kombinieren lassen. Hier kann sich die Anschaffung spezieller Umstandsmodelle tatsächlich lohnen.

Gebrauchte Umstandsmode

Spezielle Umstandsmode, die man im Handel kaufen kann, wird meist nur wenige Wochen oder Monate getragen und dann ausrangiert. Deshalb findet man sehr gut erhaltene gebrauchte Umstandsmode auf Flohmärkten, in Second-hand-Läden oder im Internet – etwa bei eBay Kleinanzeigen oder über die kostenfreie App Vinted. Umstandsmode kauft man in seiner gewohnten Größe, die Hersteller:innen berücksichtigen eine gewöhnliche Gewichtszunahme und lassen die Größen direkt etwas bequemer ausfallen.

Der Nachteil am Gebrauchtkauf über das Internet ist, dass man die Kleidungsstücke nicht anprobieren und im Zweifel umtauschen kann. Am besten sucht man deshalb nach Anbieter:innen in der direkten Nähe, die man zu Hause besuchen kann. Im Idealfall hat man im Bekanntenkreis oder der Verwandtschaft Mütter, die ihre Umstandsmode verkaufen oder verschenken wollen oder sie kostenfrei oder günstig ausleihen. Einfach mal direkt ansprechen und fragen.

Nachhaltige Umstandsmode neu kaufen

Wer sich entscheidet, Umstandsmode neu zu kaufen, sollte zu Fair Fashion aus natürlichen Materialien greifen. In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich sehr viel getan und auch schwangerere und stillende Frauen werden inzwischen gut bedient. Man muss ein bisschen Recherche betreiben und sich informieren, um nicht auf “Green Washing Versprechen” hereinzufallen, dieser Aufwand ist es aber wert – für die Natur, für die Arbeiter:innen in den Produktionsstätten und für die eigene Gesundheit.

Beim Kauf von Oberteilen und Kleidern sollte man (sofern man nach der Geburt stillen möchte) direkt auch auf die Stillfreundlichkeit achten. Hochgeschlossene Kragen sind für das Stillen eher unpraktisch. Besser sind Wickelkleider bzw. Wickeloberteile und solche mit V-Ausschnitt, Knöpfen oder Reißverschluss. Alle Schnitte, bei denen man die Brüste ohne großen Aufwand oder ohne sich komplett ausziehen zu müssen, herausholen kann, sind zu bevorzugen. Gleiches gilt für BHs, die nun in der Regel in einer bis drei Körbchengrößen größer getragen werden. Auf spezielle Schwangerschafts-BHs kann man verzichten und direkt Still-BHs kaufen.

Wer im Winter schwanger und auf der Suche nach einer Umstandsjacke ist, sollte überlegen, ob er sein Baby später regelmäßig tragen will. Dann nämlich lohnt sich die Investition in eine Jacke, die sowohl während der Schwangerschaft, als auch während der Tragezeit ihre Dienste erweist. Im Idealfall kann man das Baby damit sowohl vor der Brust, als auch auf dem Rücken tragen.

Diese Label solltest du dir einmal ansehen:
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