Monster unterm Bett
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Monster unterm Bett? So hilfst du deinem Kind bei nächtlichen Ängsten

Viele Kinder haben Angst vor Dunkelheit. Manche fürchten sich vor Gestalten wie Geistern oder Monstern oder vor wilden Tieren wie Krokodilen und sind davon überzeugt, dass diese nachts im Kinderzimmer ihr Unwesen treiben. Wie du deinem Kind bei nächtlichen Ängsten helfen kannst…

Für viele Eltern kommt die „magische Phase“ ihrer Kinder überraschend. Meist zwischen dem dritten und fünften Geburtstag erreicht die Fantasie von Kindern eine Hochphase und Fantasiewesen erwachsen zum Leben. Was tagsüber niedlich sein kann – etwa wenn die Kinder von Feen, Elfen oder Zwergen sprechen, kann in der Nacht zu einem ernsten Problem werden, das die ganze Familie um den Schlaf bringt. Manche Kinder sehen oder hören dann nämlich Dinge, die sie unheimlich finden und sich auf kindliche Weise zu erklären versuchen. Da wird ein Schatten an der Wand zum spukenden Gespenst, das Knarren der Holzdielen zum unheimlichen Monster und das Gluckern der Heizung zum knurrenden Magen eines hungrigen Krokodils. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und der kindliche Glauben an Übernatürliches kann unerschütterlich sein. Ihn als Eltern in Frage zu stellen oder sich gar darüber lustig zu machen, ist meist nicht der richtige Weg. Es gibt aber einige Ansätze, mit denen man Kinder liebevoll durch eine solche Phase begleiten kann.

Angst vor Dunkelheit und Alleinsein ist natürlich

Angst vor Dunkelheit ist erst einmal etwas vollkommen Natürliches und war für unsere Vorfahren sogar überlebenswichtig. Sie hat Menschen regelmäßig davor bewahrt, sich in der Nacht zu weit von ihrer Gruppe zu entfernen und Opfer wilder Tiere zu werden. Gleiches gilt für das Alleinsein. In uns allen steckt noch immer ein Steinzeitmensch und was wir Erwachsenen mit unserem Verstand erklären können, ist für unsere Kinder oft noch unbegreiflich und schlicht beängstigend. Wir Erwachsenen wissen längst, dass weder Gespenster, noch Monster existieren und dass Krokodile nicht in Kinderzimmern lauern. Geräusche können wir uns aufgrund jahrelanger Erfahrung erklären, auch ohne die Ursache zu sehen, und mit Schatten oder Dunkelheit können wir in der Regel ebenso rational umgehen. Deshalb neigen wir vielleicht dazu, die Ängste unserer Kinder nicht ernst zu nehmen und sie mit Unterstellungen wie: „Du willst doch nur nicht schlafen“ oder Sprüchen wie: „Es gibt keine Monster“, abspeisen zu wollen. Das reicht den meisten Kindern aber nicht aus. Für sie ist wichtig, dass ihre Bezugsperson(en) Verständnis für ihre Ängste aufbringen und sie bei der Bewältigung liebevoll unterstützen. Das kann ganz unterschiedlich aussehen und nicht bei jedem Kind funktioniert jede Strategie gleichermaßen gut. Die folgenden Tipps und Tricks haben sich bereits bei vielen Familien bewährt.

Die Angst durch Kinderaugen sehen

___STEADY_PAYWALL___So irrational die Ängste deines Kindes scheinen mögen – sie sind real. Klar kannst du versuchen, deinem Kind zu erklären, dass die Ängste unbegründet sind, da sich in seinem Zimmer keinerlei gefährliche Wesen herumtreiben. In den seltensten Fällen ist diese Herangehensweise allerdings von Erfolg gekrönt. Forscher der Universität von Kalifornien haben zu diesem Thema eine Studie geführt und die Ergebnisse im Fachmagazin „Child Development“ veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass Kinder erst ab etwa sieben Jahren von einer rationalen Erklärung beruhigt werden können. Mit ihnen kann man unter dem Bett oder im Schrank nachsehen und wenn dort nichts vorzufinden ist, sehen sie eventuell schon ein, dass sie nichts zu befürchten haben. Während Kinder in diesem Alter Fiktion von Realität unterscheiden und Ängste auf diese Weise auflösen können, sind kleinere Kinder oft eher von ihren Ängsten zu befreien, indem man sich zumindest vorerst in ihre „Fantasiewelt“ begibt.

Bei mir bist du sicher!

Sicherheit vermittelst du deinem Kind in erster Linie durch körperliche Nähe und Zuwendung. Und mit diesem sicheren Gefühl, dass du für es da bist und es beschützt, kann gemeinsam eine Lösung gefunden werden. Lass dein Kind aktiv an der Lösungsfindung mitwirken. Vielleicht hat es selbst eine Idee, wie es die „Gestalt“ vertreiben kann, traut sich allein aber nicht in den „Kampf“. Lass dich darauf ein, die Ängste deines Kindes in einen spielerischen Kontext zu übertragen, in dem sie kontrollierbar werden. Nimm dein Kind auf den Schoß und bitte es, dir mehr über das zu erzählen, was ihm Angst macht. Hör ihm aufmerksam zu, lass es ausreden und mach dich auf keinen Fall lustig. Biete ihm stattdessen deine Hilfe an und bestärke es in seinen eigenen Kräften und Fähigkeiten. Erkläre auf spielerische Weise, dass die Gestalt nicht böse sondern gut ist und sich vielleicht ebenso vor Dunkelheit fürchtet und deshalb die Nähe sucht – weil es weiß, dass das Kind besonders mutig und stark ist. Wenn dein Kind daran festhält, dass die Gestalt böse ist, kann ein „Zauber“ helfen. Entweder ein selbst erdachter Spruch, ein Lied oder ein magisches „Anti-Monster-Spray“. Dieses könnt ihr entweder selbst anrühren oder fertig kaufen (beispielsweise das „Beschütz mich Raumspray“ von Primavera). Wahlweise kann die Gestalt damit in ein liebenswertes Wesen verwandelt oder ein für alle Male vertrieben werden. Haben sich die Ängste in diesem Spiel verflüchtigt, kannst du immer noch ergänzen, dass es sich um Fantasiewesen handelt.

Wenn die Ängste nicht gehen wollen

Nicht immer sind Dunkelheit oder Alleinsein die Ursache für irrationale Ängste in der Nacht. Lassen sich diese über einen längeren Zeitraum nicht auflösen oder verschlimmern sich sogar, solltest du dich auf ehrliche Ursachenforschung begeben. Hat sich in eurem Alltag oder an euren Lebensumständen etwas verändert? Manche Kinder reagieren mit nächtlichen Ängsten auf den Kindergarten- oder Schulstart, die Trennung seiner Eltern, den Tod eines geliebten Menschen, einen Umzug oder andere einschneidende Erlebnisse. Kommst du nicht an dein Kind heran und helfen alle Tipps und Tricks nicht gegen die Ängste in der Nacht, solltest du dir professionelle Hilfe durch einen Kinderpsychologen suchen. Das ist kein Zeichen dafür, dass du als Elternteil versagt hast und nichts, wofür du dich schämen musst. Es ist auch vollkommen okay, wenn dein Kind – obwohl es bereits eine längere Zeit in seinem eigenen Bett oder sogar Zimmer geschlafen hat – plötzlich wieder im Elternbett schlafen will. Die körperliche Nähe und die Geborgenheit in seinem ursprünglichen „Nest“ können auch bei größeren Kindern für einen ruhigeren Schlaf sorgen und sind kein „Schritt zurück“, sondern vielleicht vielmehr ein „Anlaufnehmen“.

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