Käseschmiere
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Käseschmiere: Wozu sie gut ist und warum nicht alle Babys damit geboren werden

In den Wochen vor der Geburt dient sie als Schutzschicht für die zarte Haut des Ungeborenen. Manche Kinder sind mit dieser gelblich-weißen Schicht noch teilweise bedeckt, wenn sie zur Welt kommen. Die Rede ist von Käseschmiere.

Käseschmiere, in der Fachsprache auch Vernix caseosa  genannt, bildet sich etwa ab der 14. bis 17. Schwangerschaftswoche aus den Talgdrüsen des Ungeborenen heraus. Sie bedeckt die Haut eine Zeit lang nahezu komplett und dient als wichtige Schutzschicht. Zum einen vor dem Aufweichen der Haut im Fruchtwasser, zum anderen vor Keimen. Käseschmiere, die sich aus Wasser, abgestorbenen Hautzellen und Fett zusammensetzt, enthält nämlich antibakterielle Proteine und Enzyme. Außerdem dient sie während einer vaginalen Geburt als natürliches Gleitmittel und schützt kurz danach vor einem zu raschen Auskühlen des Babys.

Einziehen lassen statt abwaschen

Früher wusste man um die vielen positiven Eigenschaften der Käseschmiere nicht und hat sie direkt nach der Geburt abgewaschen. Heute lässt man diese natürliche „Creme“ einfach von allein einziehen oder massiert sie sanft ein. Anders als der Name vermuten lässt, riecht Käseschmiere nicht unangenehm. Ganz im Gegenteil – manche Mütter vergleichen den Geruch mit Vanille oder Karamell.

Nicht alle Babys sind mit Käseschmiere bedeckt

Manche Eltern erschrecken beim Anblick ihres Neugeborenen, wenn es nicht so rosig und sauber aussieht, wie man es aus Filmen kennt. Darauf, dass ihr Baby mit einer weißen Creme überzogen ist, haben sie nicht gerechnet. Werden Neugeborene in Filmen also unrealistisch dargestellt? Nicht unbedingt – denn Babys, die erst nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt kommen, sind oft tatsächlich rosig und haben keine Käseschmiere mehr auf der Haut. Diese ist bereits im Mutterleib in die Haut eingezogen. Auch Babys, die deutlich zu früh geboren werden, haben oft keine Käseschmiere auf der Haut, weil diese noch nicht ausreichend produziert worden ist.