Ausreichender und erholsamer Schlaf ist essentiell für die Gesundheit von Erwachsenen und Kindern. Gerade über den Schlaf von Babys kursieren aber immer noch viele Mythen. Wir haben Autorin und Journalistin Nora Imlau drei Fragen zum Thema Babyschlaf gestellt.

Was sind die Vorteile des Co-Sleeping für Babys und Eltern? 

Der größte Vorteil ist, dass es durch die räumliche Nähe unendlich viel leichter ist, die nächtlichen Bedürfnisse von Großen und Kleinen unter einen Hut zu bekommen. Weil keiner allein ist und niemand nachts aufstehen und schlaftrunken durch die Wohnung stolpern muss bekommen alle mehr Schlaf und Erholung. Dazu kommt, dass Co-Sleeping das Stillen erleichtert und Balsam für die Bindung ist.  

Wie kann eine Lösung aussehen, wenn sich die Eltern nicht über den Schlafplatz des Babys einig werden? 

Zunächst einmal ist es wichtig, sich darüber klar zu werden, woher diese unterschiedlichen Vorstellungen kommen. Oft sind da nämlich ganz alte Glaubenssätze am Werk, wie etwa der, dass Kinder durchs Schlafen im Elternbett zu verwöhnten Tyrannen würden. Da hilft es, sich diesen Ängsten Fakten gegenüber zu stellen: nah beieinander zu schlafen ist kein Verzärteln, sondern die Schlafsituation, die sich für Menschenkinder und -Eltern seit Jahrtausenden bewährt hat. Gelangen Eltern durch derlei Gespräche immer noch nicht zu einem einvernehmlichen Beschluss, gilt das Prinzip: Wer sich nachts kümmert, entscheidet. In manchen Familien sieht das dann durchaus auch mal so aus, dass die stillende Mutter mit dem Baby in einem Bett schläft, und ihr Partner oder ihre Partnerin in einem anderen Bett. Auch das ist eine legitime Lösung, wenn eine*r mit Kind im Bett nicht gut schläft und der oder die andere sich Co-Sleeping wünscht.  

Was raten Sie übernächtigten Eltern, deren Baby nachts nicht zur Ruhe kommt? 

Ruhe zu bewahren um Ruhe auszustrahlen. Es ist nicht schlimm, wenn ein Baby nachts weint, so lange es dabei nicht alleine ist. Macht einen kurzen Check, ob alle Bedürfnisse erfüllt sind – Hat es vielleicht Hunger? Muss es mal Pipi? – und wenn diese alle erfüllt sind und das Kleine immer noch weint, legt es einfach neben Euch, streichelt ihm ein bisschen den Bauch, atmet ruhig und versucht selbst zu entspannen und zu schlafen. So spürt das Baby: Ich bin sicher und geborgen, und kann selbst in die Ruhe finden.  

Vielen Dank an Nora Imlau für die Beantwortung unserer Fragen! Wer mehr von Nora zum Thema Babyschlaf lesen möchte, dem empfehlen wir das Buch “Schlaf gut, Baby!“, welches sie zusammen mit Dr. Herbert Renz-Polster geschrieben hat.

Wie sieht eure Familien-Schlafsituation aus? Tauscht euch gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag über eure Lösungen zum Thema Schlaf aus.