Wir lieben die Sonne. Sie wärmt uns, hellt unsere Stimmung auf, stärkt das Immunsystem und aktiviert die Produktion von lebenswichtigem Vitamin D in unserem Körper. Damit die UV-Strahlung uns nicht schadet, ist ein natürlicher Sonnenschutz ratsam.

Wer auf Sonnenschutz verzichtet riskiert Verbrennungen und dauerhafte Hautschäden. Außerdem altert die Haut durch Sonneneinstrahlung schneller und im schlimmsten Fall kann sich Hautkrebs bilden. Um das zu vermeiden sollte man die Haut langsam auf die Sonneneinstrahlung vorbereiten und von innen und außen schützen.

Herkömmliche Mittel oft Chemie-Cocktails

Sonnenschutzmittel aus dem Handel konzentrieren sich auf den äußeren Schutz. Sie werden auf die Haut aufgetragen und alle zwei Stunden aufgefrischt. Wer zwischendurch im Meer oder Pool badet, sollte die Intervalle verkürzen und sich nach dem Abtrocknen erneut eincremen. Bei der Wahl des richtigen Sonnenschutzmittels spielt nicht nur der Lichtschutzfaktor eine Rolle. Die Inhaltsstoffe herkömmlicher Sonnencremes sind oftmals chemisch und werden vor allem von gesundheitsbewussten Menschen hinterfragt. Einige der Inhaltsstoffe stehen im Verdacht, krebserregend zu sein, andere können Auswirkungen auf den Hormonkreislauf haben. Nanopartikel, Reizstoffe und Konservierungsstoffe schrecken viele Verbraucher ab. Zu Recht, wie einige Experten warnen.

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Besser: Natürlicher Sonnenschutz

Natürliche Sonnenschutzprodukte, etwa aus dem Biomarkt, sind ebenso wirkstark, jedoch frei von Chemie. Menschen mit sehr heller Haut, Kinder, Schwangere und Menschen die bestimmte Medikamente einnehmen, können sehr empfindlich auf Sonne reagieren und sollten ihre Haut unbedingt mit einem solchen Mittel schützen. Hierbei sollten sie nicht sparsam vorgehen sondern die Creme nach dem Motto „viel hilft viel“ großzügig auf dem Körper verteilen. Als Faustregel für die richtige Dosierung nennt der Bundesverband Deutscher Dermatologen sechs Teelöffel (35 g) für einen durchschnittlichen Erwachsenen. Auch Nase, Ohren, Fußrücken und Nacken nicht vergessen. Für die Lippen gibt es spezielle Sonnenblocker in Form von Lippenpflegestiften.

Öl als Schutz vor UV-Strahlen?

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Menschen, deren Haut von Natur aus weniger empfindlich ist, können alternativ naturbelassene, pflanzliche Öle verwenden. Diese versorgen die Haut mit wertvollen Fettsäuren und Vitamin E, das den Alterungsprozess der Haut verzögern kann. Außerdem besitzen viele Öle einen natürlichen UV-Filter. So blockt Sesamöl beispielsweise 30 Prozent und Kokosöl 20 Prozent der UV-Strahlung ab. Für kurze Aufenthalte in der Sonne kann das ausreichend sein. Wer einen Tagesausflug plant oder direkter Sonne ausgesetzt ist, sollte zur Sicherheit einen zusätzlichen Sonnenschutz im Gepäck haben. Mit wenig Aufwand kann natürlicher Sonnenschutz mit wenigen Zutaten auch selbst hergestellt werden.

Babys gehören nicht in die Sonne!

Babys unter einem Jahr sollten im besten Fall nicht mit Sonnencreme eingecremt werden und falls es doch notwendig sein sollte – etwa weil man an die Südsee reist – sollten mineralische Produkte bevorzugt werden. Zum einen ist zarte Babyhaut durchlässiger und im Vergleich zu Erwachsenen haben Babys eine größere Hautoberfläche. Das führt dazu, dass Chemikalien aus herkömmlichen Cremes besser aufgenommen werden und die Haut sowie den Organismus unnötig belasten. Zum anderen können Babys noch nicht richtig schwitzen, um ihren Körper auf natürliche Weise zu kühlen. Herkömmliche Sonnencremes erschweren das Schwitzen zusätzlich. Sonnenpflegeprodukte auf mineralischer Basis dringen nicht in die oberste Hautschicht ein, wie herkömmliche Produkte. Sie bilden stattdessen eine Schutzschicht auf der Haut, welche UV-Strahlen reflektiert.

Sonnenschutz von innen

Natürlicher Sonnenschutz ist nicht nur von außen möglich, sondern auch von innen. Besonders bekannt für seinen Schutz gegen UV-Strahlen, ist der Wirkstoff Astaxanthin, der zu den Carotinoiden zählt. Der Farbstoff stammt aus dem Ozean – genauer gesagt aus der Rotalge. Sie produziert diesen Farbstoff, um sich selbst vor UV-Schäden zu schützen. In Form von Dragees eingenommen, soll dieser Wirkstoff auch menschliche Haut vor der Sonne schützen. Solche Nahrungsergänzungsmittel sind für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren geeignet. Ein weiteres Carotinoid ist Beta-Carotin, das wir aus der herkömmlichen Karotte kennen. Tatsächlich sollen Karotten als natürlicher Sonnenschutz von innen vor UV-Strahlen schützen. Darüber hinaus enthalten sie eine Menge an wertvollen Vitaminen, wie Vitamin C.

So schützt ihr euch vor Sonnenstrahlen

  • Mittagssonne von 11 bis 15 Uhr meiden
  • Generell lieber im Schatten aufhalten
  • Auf Sonnenbaden verzichten
  • UV-Schutz-Kleidung, Sonnenhut und -Brille tragen
  • Die Haut von innen und außen schützen

Erste Hilfe bei Sonnenbrand

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  • Raus aus der Sonne
  • Die betroffenen Hautstellen leicht kühlen (etwa unter der Dusche oder mit feuchten Handtüchern)
  • Aloe-Vera-Gel kann Linderung verschaffen
  • In den nächsten Stunden viel trinken
  • Homöopathische Unterstützung ist möglich (z. B. Cantharis als Globuli oder Tropfen)
  • Ruhe gönnen und Sonne meiden
  • Bei starken Verbrennungen, Fieber, Erbrechen oder Schwindel einen Arzt aufsuchen

Sonnencreme DIY (Lichtschutzfaktor 30)

Zutaten

  • 25 g Kokosöl
  • 100 g Sesamöl
  • 3 EL Karottenöl
  • 2 g Bienenwachs
  • 20 g Zinkoxid
  • 10 bis 20 Tropfen Eukalyptus-, Minz- oder Lavendelöl

Zubereitung

  1. Kokosöl, Sesamöl und Bienenwachs in einem Wasserbad schmelzen und die übrigen Zutaten mit einem Schneebesen unterrühren.
  2. Die Masse in ein Glas füllen und aushärten lassen.
    Je nach Temperatur verändert sich die Konsistenz der Creme. Sie ist etwa ein Jahr lang haltbar.

Tipp: Wer kein Zinkoxid verwenden will, kann stattdessen 15 ml Himbeerkernöl benutzen. Der Lichtschutzfaktor beträgt dann etwa 20.

Dieser Artikel stammt aus der Naturkind Magazin Printausgabe Nr. 1.