Seit einigen Wochen kursieren im Netz hartnäckige Falschmeldungen über die, aus dem Tierversuchslabor LPT befreiten Hunde. Betrüger nutzen das Mitgefühl zahlreicher Tierschützer für ihre Zwecke und schlagen Kapital aus dem Schicksal der Tiere.

Die Stiftung für Tierschutz VIER PFOTEN warnt nun vor diesen skrupellosen Betrügern, die vorgeben, ein neues Zuhause für vermeintliche Laborhunde zu suchen, obwohl die verbliebenen 96 Beagle bereits ausnahmslos an Tierheime und Vereine vermittelt worden sind.

Dem in Norddeutschland ansässigen LPT (Laboratory of Pharmacology and Toxicology) wird vorgeworfen, Studien gefälscht und Tiere gequält zu haben. Aktivisten der “Soko Tierschutz” hatten sich als Mitarbeiter in das Labor einschleusen lassen und die Missstände Ende 2019 öffentlich gemacht. Darauf folgten eine Großdemonstration und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. Inzwischen wurde dem Labor sowie der Außenstelle die Betriebsgenehmigung entzogen und alle misshandelten Tiere (neben Hunden auch Affen und Katzen) wurden befreit.

Polizei informieren

Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN Deutschland: „Illegale Welpenhändler nutzen das Schicksal der Laborhunde und die Empathie von Tierfreunden, um ihre betrügerischen Geschäfte zu betreiben. Wir warnen vor Inseraten im Internet und Messenger-Diensten von angeblichen Tierrettern, die Beagle aus dem Todeslabor vermitteln wollen. Solche Anzeigen sind blanker Betrug. Besonders perfide: Die gewissenlosen Händler behaupten, die Beagle würden eingeschläfert, wenn sich nicht schnell ein neues Zuhause findet. Tatsächlich wurden alle Hunde aus dem Versuchslabor in Hamburg bereits vermittelt und kein Tier wird eingeschläfert. VIER PFOTEN warnt daher davor, nicht auf diese mitleiderregenden Anzeigen hereinzufallen. Wem ein dubioses Inserat auffällt, sollte die Polizei informieren.” Zudem sollten die beschriebenen Inserate auf keinen Fall weiter verbreitet werden. Wer das – in guter Absicht – bereits getan hat, sollte den entsprechenden Beitrag löschen oder die privat angeschriebenen Bekannten aufklären.

Keine voreiligen Entscheidungen

Die Entscheidung für ein Haustier sollte stets wohl überlegt sein. Ein vierbeiniger Begleiter bedeutet Verantwortung für viele Jahre. Wer nun durch das traurige Schicksal der Laborhunde also den Entschluss gefällt hat, einem Vierbeiner ein sicheres und geborgenes Zuhause zu schenken, sollte nicht vorschnell handeln, sondern sich zunächst informieren und die Pläne mit der gesamten Familie, eventuell auch dem Vermieter besprechen.

Bild: VIER PFOTEN